Die "Borkis" zeigen Szenen aus dem Leben einer modernen Frau.
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Die »Borkis« zeigen Szenen aus dem Leben einer modernen Frau.

Bibersuche als Höhepunkt der AKG-Kostümsitzung

Niddatal-Assenheim (udo). Die erste Kostümsitzung der Assenheimer Karnevalsgesellschaft Verein Humor (AKG) brachte am Samstag eine bunte Abfolge von Vorträgen, Dialogen und Tänzen der Garde 1, der »Majorettes«, der »Twirling Devils«, des Jugendmännerballetts und des Männerballetts.

Florian Fink zeigte auf professionellem Level einen eleganten wie feurigen Tanz, der voller akrobatischer Schwierigkeiten steckte. Die Gruppe »Together forever« präsentierte ihren Gardetanz zu »Atemlos durch die Nacht« und verabschiedete sich nach 21 Jahren vom Gardetanz, bleibt aber dem Showtanz erhalten.

Sitzungspräsident Achim Bohn hieß die Gäste willkommen und blickte auf die beiden Jubiläumsjahre zurück. In Schwarz und Grün eröffnete Garde 1 mit einem rasanten Tanz das Programm. Später zog die Truppe in ihrem Showtanz ins Reich der Mumien, wo die findigen Ausgräber bald eingekreist waren und unter der Fuchtel der herrischen Pharaonen zappelten. Ehrenpräsident Heinz Kimmel begrüßte das Bönstädter Prinzenpaar David und Mareike. Torsten Hein und Margit Möstel verliehen im Auftrag der IG Mittelrheinischer Karneval Orden an Heidi Grottker-Voges, Michael Voges, Giuseppe Stella und Annabell Meisinger und hoben deren große Verdienste hervor.

Den AKG-Verdienstorden erhielten Giuseppe Stella, Julian Beck und Sascha Voges. Eine unverwechselbare Einrichtung sind die »Borkis«, die seit sieben Jahren lustige Handlungen ersinnen und dazu Schlager anstimmen. Diesmal stellten sie Szenen aus dem Leben einer »Borki-Frau« vor. Auch zur Gestaltung des Wetterauer Nachtlebens hatten die Damen wertvolle Hinweise dabei.

Schöne Skandale

Der Auftritt des Männerballetts »Die bewegten Männer« bildet stets den Höhepunkt und Abschluss. Im aktuellen Programm zieht eine Pfadfindergruppe in den brasilianischen Urwald, um dort auf der Suche nach dem »Goldenen Biber« mit einem indigenen Stamm konfrontiert zu werden. Nach einer Auseinandersetzung voller Tempowechsel und Überraschungen finden die Pfadfinder und die Indios zu einem gemeinsamen Tanz zusammen.

Hermann Rau hatte als »Protokoller« wieder mal nationale wie regionale Katastrophen aufbereitet und ließ mit »verlorenen« Laptops und »zerstörten« Festplatten schöne Skandale Revue passieren. Vermeintliche Fehler bei der Nidda-Renaturierung waren dem Chronisten aufgefallen. Und wenn die Trauerhalle im Sommer restauriert worden wäre, hätte nicht dieses befremdliche Zelt aufgestellt werden müssen.

Für Nicole Haas war der Automobilerwerb eine Art Mobilmachung. Von nun an durfte es krachen, und immer waren die anderen schuld. Katharina Huhn, Annabell Meisinger und Jennifer Kraft führten »mit 30 Jahren Erfahrung« in die Abgründe des Massage-Berufs ein und machten plausibel, dass die Begriffe »Massieren« und »Massakrieren« etymologisch verwandt sein müssen. Wortgewaltig wurden mehr oder minder missglückte männliche Körper einer Fundamentalkritik unterzogen.

Ursula und Dieter Dallwitz klärten, vielfach von Karl Valentin befeuert, alle Ehefragen auf der offenen Bühne. An Doppelgeburtstagen hatten beide einzuwenden, man könne da »gar nicht so viel essen, wie man schenken muss«. Auch die gekonnte choreografische Umsetzung der Gesangseinlage »You are my destiny« bestach. Kurz zuvor hatte sich Dieter Dallwitz noch in einem subtilen Dialog mit Gunther Kraft delikatesten Modefragen rund um die intimste Körperbehaarung gewidmet. »To shave, or not to shave, that is the question.«

Nach mehrjähriger Pause nutzte Altkarnevalist Volker Zuleger jetzt wieder die AKG-Bütt, um seine Talente zu entfalten. Als »Gigolo« widmete er sich Grenzfragen der Geschlechterproblematik. Fragwürdig sei, dass es »Wasserhahn« und nicht »Wasserhenne« heißt. Anhand zahlreicher Beispiele belegte er, es sei »nichts mehr so wie es mal war«.

Daheim sei es am besten, war das Fazit des Vortrags, in dem auch der missglückte städtische Seniorenfasching, das Gerätehaus in Kaichen und das Bürgerhaus in Ilbenstadt in den Blick kamen. Mit einer Fassung »Assemer Supp« zur Melodie von »Griechischer Wein« endete der engagierte Vortrag.

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