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Nicht nur in Niddatal ist das Ortsbegrüßungsschild mit den Veranstaltungshinweisen der Vereine leer - eine Folge von Corona.

Austritte halten sich in Grenzen

  • VonUdo Dickenberger
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Niddatal/Wöllstadt (udo). Das Vereinsleben wird von der Gesundheitskrise unterschiedlich getroffen. Die Sportvereine mit Freiluftaktivitäten tun sich am leichtesten.

Sebastian Briel ist in Wöllstadt in vielen Vereinen aktiv. Auf die Frage, ob gegen Jahresende ein normales Dorfleben möglich sein wird, antwortet er, dies hänge von den dann geltenden Verordnungen ab.

Klar sei, dass die Nieder-Wöllstädter Vereine das Dorfleben wiederaufnehmen werden. Der Wein- und Kulturverein (WKV) plane erst einmal noch kontaktfrei, so soll etwa eine Online-Weinprobe angeboten werden. Wenn es möglich sei, soll ein Stammtisch eingeführt werden. Großveranstaltungen sehe der WKV in diesem Jahr nicht.

Alle Vereine würden überleben, ist Briel überzeugt. Selbstverständlich werde die Krise Spuren hinterlassen. Aber eventuell bleibe aus der Krise auch etwas Positives zurück. Zum Beispiel hätten sich Video-Konferenzen etabliert.

Fast Neustart beim Kinderturnen

Erich Reinke, der Vorsitzende des Turnvereins (TV) Nieder-Wöllstadt, betont, von der Pandemie seien alle Sportgruppen betroffen. Nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 habe der Sport an Fahrt aufgenommen, bis auf wenige Ausnahmen im Freien. Danach seien wieder Einschränkungen gekommen. Ausnahme seien einige Fitness-Trainingsstunden gewesen, die online liefen. Jetzt werde mit einigen Kursen im Freien begonnen.

Vereinsaustritte würden selten mit der Pandemie begründet, sagt Reinke. Man müsse feststellen, dass der Vereinsbeitrag niedrig sei. Sonderbeiträge seien zu bezahlen, wenn die Kurse stattfinden. Es fehlten indes Vereinseintritte, welche die Austritte kompensieren. Soweit möglich, werde im Freien gestartet. Das sei aber nicht einfach, da keine geeignete Freifläche bereitstehe. Zudem seien viele ältere Mitglieder noch vorsichtig.

Betroffen sei vor allem das Turnen der Jungen und Mädchen. Dieses sei vor einem Jahr auf einem guten Weg gewesen, doch dann sei Corona gekommen. Für den Turnverein bedeute das einen fast kompletten Neustart. Betroffen seien alle Sparten, beim Kinderturnen schmerze die Pandemie aber besonders.

Getroffen habe den TV, dass er nicht in den Hölzle-Saal dürfe. Den haben er und der Gesangverein Concordia behindertengerecht umgebaut. Alle geplanten sportlichen Events mussten abgesagt werden, auch die Ballettaufführung im Oktober 2020.

Günter Böhm ist der Vorsitzende des Turnvereins Assenheim (TVA). Er stellt fest, dass der Sportbetrieb des TVA seit März vergangenen Jahres zu 95 Prozent eingestellt wurde. Im Sommer 2020 konnten nur mit größerem Aufwand einige Übungsstunden im Freien auf dem Sportgelände abgehalten werden. Übungsstunden in den Turnhallen waren nicht möglich, da der TVA sich an die Nutzungsbedingungen der Geschwister-Scholl-Schule und deren Unterricht anpasste.

Die Übungsleiter standen mit den Mitgliedern ihrer Gruppen in Kontakt, und so konnte die eine oder andere Stunde mit Erwachsenen im Freien abgehalten werden. Bei den Leichtathleten wurde der Übungsbetrieb mit Kindern eingestellt, mit den Leistungssportlern wurde ein Einzeltraining durchgeführt. Nach Einzug des Mitgliedsbeitrags wurden Austritte erwartet, doch es habe nur wenige gegeben, berichtet Böhm.

Sobald eine Freigabe erteilt wird, würden die Übungsstunden gemäß Stundenplan starten können. Am meisten hätten die Senioren zu kämpfen. Neben den fehlenden Gymnastik- und Tanzstunden leide hier der Kontakt zu den anderen. In den Kleinkindergruppen sehe es nicht anders aus.

Herwig Lauerer ist der Vorsitzende des TV Vorwärts Ilbenstadt. Er teilt mit, dass der TV bislang nur ein abgespecktes Online-Angebot bereitstellen kann in den Bereichen Pilates, Bodystyle, Ballett. Daher litten der Übungsbetrieb und die sozialen Kontakte innerhalb des Vereins. Finanziell stehe der Verein gut da, darüber mache er sich aktuell keine Gedanken.

Der Neustart könne ähnlich wie im Sommer letzten Jahres aussehen. Es könne mit Aktivitäten im Freien unter Einhaltung der dann aktuellen Hygienevorschriften beginnen. Die Hoffnung sei, dass ein Großteil der Übungsleiter zumindest einmal geimpft sei.

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