Die Mehrheit in Niddatal möchte nicht, dass sich die Sanierung der Ortsdurchfahrt Bönstadt noch weiter verzögert - auch wenn dann "nur" die Oberfläche gemacht wird. FOTO: UDO
+
Die Mehrheit in Niddatal möchte nicht, dass sich die Sanierung der Ortsdurchfahrt Bönstadt noch weiter verzögert - auch wenn dann "nur" die Oberfläche gemacht wird. FOTO: UDO

Ausschuss gegen Verschiebung

  • vonUdo Dickenberger
    schließen

Niddatal-Bönstadt(udo). Wenn es nach dem Bauausschuss geht, soll die Ortsdurchfahrt Bönstadt möglichst schnell saniert werden. Der Antrag der Grünen zu weitergehenden Sicherheitsmaßnahmen wurde abgelehnt, da dann ein zeitraubendes Planfeststellungsverfahren notwendig wäre. Der Wetteraukreis will jedoch jetzt sanieren, und ob die von ihm bereitgestellten Gelder noch in vier oder fünf Jahren bereitstünden, ist fraglich.

In der Sitzung am Dienstag im Kaicher Bürgerhaus forderte Markus Nikleniewicz (Grüne) eine Änderung der Verkehrsführung. Würde bei den anstehenden Maßnahmen darauf verzichtet, werde damit die derzeitige unbefriedigende Situation für die nächsten 30 oder 40 Jahre zementiert. Jetzt könne etwas geändert werden. Bürgermeister Michael Hahn (CDU) wies auf die bedrängte Situation in Bönstadt hin. Nach dem Abschluss eines Planfeststellungsverfahrens würde möglicherweise das Geld des Wetteraukreises für die Sanierung nicht mehr bereitstehen.

Vielfach wurde kritisiert, die Sache "wieder auf die lange Bank zu schieben". Hahn wies zudem darauf hin, mit der von den Grünen geforderten Begrünung müssten die Anwohner einverstanden sein, da sie dafür bezahlen müssten. Er schlug vor, beim Wetteraukreis anzufragen, wie lange das Geld vorgehalten werden könne.

Im vergangenen Jahr war die Situation rund um die längst fällige Sanierung der Ortsdurchfahrt eskaliert und hatte sich kompliziert gestaltet. Jahrzehntelang hatten die Bönstädter auf eine Sanierung ihrer Ortsdurchfahrt gewartet und waren auf der Prioritätenliste des Kreises immer wieder nach hinten gerutscht. Dann schlug der Kreis im vergangenen Jahr vor, mit den Planungen zur Sanierung zu beginnen.

Ein Antrag der Grünen-Fraktion sah weitergehende Sicherheitsmaßnahmen vor. Der Nachteil war, dass dann ein Planfeststellungsverfahren erforderlich wäre, das drei bis fünf Jahre dauern könnte. Der Kreis garantierte jedoch nicht, dass auch dann noch das Geld für die Sanierung vorhanden sein wird.

Die Vorschläge der Grünen sahen einen Fahrbahnteiler vor, wo auf Höhe des früheren Sportplatzes die Radler von der Nidda eintreffen. Mindestens an den Bushaltestellen müssten wegen des Schulverkehrs die Gehwege verbreitert werden. Doch diese Maßnahmen würden die Sanierung um Jahre verzögern.

Der Wetteraukreis schlug vor, die Stadt Niddatal möge bei den Maßnahmen an der Straße, dem Gehweg und dem Kanal federführend sein. Bei dem zu erwartenden Volumen von 5 bis 6 Millionen Euro werde eine aufwendige europaweite Ausschreibung erforderlich sein. Dann sei grundsätzlich ein Baubeginn Ende 2020 möglich. Die Maßnahmen an der 1,1 Kilometer langen Ortsdurchfahrt könnten, wohl in vier Abschnitten, Ende 2021 abgeschlossen sein. Wegen des nicht genehmigten Haushalts war Niddatal jedoch nicht in der Lage gewesen, die europaweite Ausschreibung vorzunehmen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare