Archäologische Funde am "Gollacker"?

Niddatal-Assenheim (hed). Lange war es still um das geplante Baugebiet "Auf dem Gollacker", am Montag steht das Thema wieder auf der Tagesordnung für die Stadtverordetensitzung, die um 20 Uhr im Bürgerhaus beginnt. Abgestimmt werden soll darüber, ob die Pläne für das umstrittene Gebiet offengelegt werden oder nicht.

Dabei müssen sich die Politiker in der Diskussion mit einem neuen Aspekt beschäftigen: Wie Bürgermeister Dr. Bernhard Hertel auf Anfrage sagte, habe das Landesamt für Denkmalpflege in Voruntersuchungen festgestellt, dass unter dem Gollberg nicht unbedeutende archäologische Funde liegen. So sollen hier Relikte aus der jungsteinzeitlichen Michelsberger Kultur nachzuweisen sein. Unter anderem wird ein Grabensystem unterm Hang vermutet.

Bei einer eventuellen Erschließung müssten daher archäologische Grabungen eingeplant werden. Für Hertel ist das kein Grund, die Pläne in die Schublade zu legen: "Der Investor hat angeboten, mögliche Grabungen durchführen zu lassen. Damit würden die Kaufpreise zwar leicht steigen, lägen aber weiter unter dem in Assenheim üblichen Quadratmeterpreis zwischen 225 und 250 Euro."

Ob das Baugebiet aber überhaupt eine Zukunft hat, ist fraglich: Der Bauausschuss, der sich am Montag mit dem Thema befasst hatte, hat eine Offenlage laut Hertel mehrheitlich abgelehnt. Investor Dr. Claus Fischer habe jedoch ein Treffen mit den Fraktionsvorsitzenden vorgeschlagen, das eigentlich noch vor Montag stattfinden sollte. Hertel hofft nun, dass der Termin noch zustande kommt und die Parteien einen Beschluss erst einmal zurückstellen.

Die gegen das Baugebiet kämpfende Interessengemeinschaft "Assenheim21.de" hat Hertel derweil erneut vorgeworfen, noch keinen Nachweis vorgelegt zu haben, dass sich die Bebauung wirtschaftlich für die Stadt rechnet. Da der Investor das meiste Geld einnehme und die Stadt zusätzliche Aufwendungen habe (allen voran die Bereitstellung von Betreuungsplätzen), argumentieren die Kritiker gegen die Erschließung.

Hertel kontert, dass die Stadt nur mit dem Neubaugebiet der Veralterung und dem Bevölkerungsrückgang entgegenwirken könne. Zudem würden Niddatal knapp 800 000 Euro aus der Vermarktung flöten gehen. Grund: Die Stadt würde einen Hektar Privatgrundstücke ankaufen und selbst vermarkten. (Foto: pv)

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