Ampel in Kaichen wird blindengerecht

Niddatal-Kaichen (chh). Hans Lang forderte vehement den Umbau der Ampel im Ortskern. Grund: Seine 92-jährige Mutter überquert die Straße beinahe täglich. Ein gefährliches Unterfangen, schließlich ist die Ampel nicht behindertengerecht. Doch nun hat Hessen Mobil angekündigt, die Anlage bis Ende des Monats zu modernisieren.

So ganz traut Hans Lang dem Frieden noch nicht: "Ich glaube es erst, wenn ich es sehe", sagt der Kaichener. Doch laut Hessen Mobil wird die Ampel in der Ortsmitte in den kommenden Wochen behindertengerecht umgerüstet. "Nach der erforderlichen Ausschreibung ist die Angebotsprüfung inzwischen abgeschlossen, sodass in den nächsten Tagen die Beauftragung einer Signalbaufirma zum Einbau von blindengerechten akustischen Signalgebern erfolgen kann. Diese Umrüstung wird voraussichtlich bis Ende November abgeschlossen sein", heißt es auf Anfrage der WZ.

Lang hatte sich schon lange für eine behindertengerechte Umrüstung eingesetzt. Grund war die Sorge um seine Mutter Elisabeth Lang. Die 92-Jährige ist schwer hör- und sehbehindert. Trotzdem geht sie beinahe täglich an der Ampel über die Freigerichtstraße, sei es um einzukaufen, Freunde zu besuchen oder in die Kirche zu gehen. Im August sagte sie der Wetterauer Zeitung: "Ich sehe das grüne Männchen gar nicht mehr. Da renne ich einfach drüber."

Um das zu verhindern, schrieb Lang an Hessen Mobil – beharrlich, aber höflich fragte er nach dem Planungsstand. Vor einigen Tagen erhält er eine Antwort: Die Ampel soll bis Ende kommenden Monats mit akustischen Signalen ausgestattet werden.

Das freut nicht nur Mutter und Sohn Lang, auch Niddatals Bürgermeister Dr. Bernhard Hertel zeigt sich angetan: "Ich finde es toll, dass Hessen Mobil so schnell reagiert hat. Auch der persönliche Einsatz von Herrn Lang ist bemerkenswert. Wir haben uns zwar auch um die Maßnahme bemüht, vielleicht hat aber die Initiative von Herrn Lang dazu geführt, dass das Vorhaben schneller umgesetzt wird." Der Umbau der Ampel sei nicht nur gut für Langs Mutter, sondern für alle gehandicapten Menschen in Kaichen. Abgesehen davon sei es auch ein gutes Zeichen an die Bürger. "Wenn man sich für etwas einsetzt, passiert auch etwas", ist der Rathauschef überzeugt.

Doch Lang gibt sich noch nicht zufrieden: "Meiner Mutter hilft das zwar sehr, aber es muss noch mehr getan werden. Rollstuhlfahrer kommen zum Beispiel gar nicht an der Ampel vorbei, da sie so nahe an der Wand steht."

Doch Hessen Mobil versichert, dass sich auch in dieser Angelegenheit etwas tun wird. Laut einem Schreiben ist der jetzige Einbau der akustischen Signalanlage nur die vorgezogene Maßnahme eines kompletten barrierefreien Umbaus der Ampel. Die Abstimmung mit der Stadt Niddatal laufe bereits, ein Termin stehe jedoch noch nicht fest.

Erst einmal freuen sich Elisabeth und Hans Lang über den Etappensieg. Der Sohn ist sich sicher: "Es werden sich bestimmt genügend Kaichener finden, die aus diesem Anlass eine kleine Fete feiern werden – auch gerne mit den Verantwortlichen von HessenMobil."

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