Für Pfarrer Hans-Joachim Dietze beginnt bald der Ruhestand. 	FOTO: UDO
+
Für Pfarrer Hans-Joachim Dietze beginnt bald der Ruhestand. FOTO: UDO

Abschied im Spätsommer

  • vonUdo Dickenberger
    schließen

Niddatal/Friedberg (udo). Hans-Joachim Dietze wird in diesem Jahr aus seinem Dienst als evangelischer Pfarrer für Bruchenbrücken und Ilbenstadt ausscheiden. Am 20. September wird er in den Ruhestand verabschiedet. Die Verabschiedung ist um 14 Uhr in Bruchenbrücken in der Kirche mit dem Probst Schmidt geplant mit anschließendem Empfang im Bürgerhaus in Bruchenbrücken, wenn bis dahin Veranstaltungen wieder möglich sein sollten.

Ein halbes Jahr vor der Verabschiedung zeigt Dietze sich dankbar für ein knappes Vierteljahrhundert Leben und Wirken in der Wetterau, in dem die zwei Kinder, deren Studien nun vor dem Abschluss stehen, hier aufwuchsen, eingeschult und konfirmiert wurden. Im Rückblick bezeichnet er seine Predigt 1999 im Ossenheimer Wäldchen als herausragendes Ereignis, damals im Zeichen der Krise im Kosovo und dem ersten Einsatz der Bundeswehr im Ausland.

In guter Erinnerung hat Dietze die Gemeindefeste in beiden Gemeinden, die Weihnachts- und Ostergottesdienste und die verschiedenen Musik- und Theateraktionen mit Kindern und Erwachsenen.

Im Grußwort zum letzten Weihnachts-Kirchenblatt freute Dietze sich noch auf die beiden Gemeindefeste im Juni in Bruchenbrücken und im August in Ilbenstadt. Ob diese stattfinden können, ist mittlerweile ungewiss geworden.

Gute Freunde gefunden

Dietze hat »die katholische Kirchengemeinde in Ilbenstadt sehr schätzen gelernt«. Die Zusammenarbeit mit den Pfarrern, den Gemeinderäten, den Gemeindegliedern und besonders mit der Kolpingfamilie sei immer sehr gut gewesen und er habe dort gute Freunde gewonnen.

Mittlerweile steht fest, dass Dietze und seine Frau Angelika weiter in Bruchenbrücken wohnen werden, in dem Haus neben dem Kindergarten. Die Wohnung werde derzeit nach ihren Bedürfnissen umgebaut.

Dietze sieht eine Herausforderung in der existentiellen Krise, die sich kurz vor dem Ruhestand einstellt: »In jeder Krise steckt eine Chance.« Er erlebe das persönlich. Seine schwerkranke Frau sei nach Hause zur Pflege gekommen. Dort sei sie besser aufgehoben als in irgendeiner Klink. Da alle Räder zurzeit still stünden, könnten die Kinder und er sich viel intensiver um sie kümmern als es in einem Krankenhaus möglich sei.

Die Krise habe in den Kirchengemeinden Kreativität freigesetzt, die darüber hinaus genutzt werden könne. Die Videobotschaft am Sonntag Invokavit habe 450 Menschen erreicht, »das sind mehr als an Weihnachten in die Kirche kommen«. Dietze ist dagegen, sich von der Panik regieren zu lassen, denn Angst sei noch nie ein guter Ratgeber gewesen. Gerade in der Krise sei es wichtig, wie einen kühlen Kopf zu bewahren und Zeichen der Hoffnung zu setzen.

Er freue sich auf den Ruhestand und sei gut darauf vorbereitet. Besonders freue ihn, dass er mit seiner Frau auf das gute soziale Netzwerk und die vielen Kontakte in der Wetterau nicht verzichten müsse.

Mit der Aktion »Fenster zum Himmel« lädt Dietze derzeit die Gemeindemitglieder dazu ein, sich mit Auswegen und Hoffnungszeichen in der düsteren Zeit zu befassen, ein Bild zu malen oder eine Figur zu modellieren, die Produktion zu fotografieren und das Bild der Kirche zu mailen. Die Bilder werden am Kirchgarten ausgestellt. Seit Kurzem ist ein Video im Netz, welches über Dietzes Überlegungen und die Aktion informiert.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare