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57-Jähriger bei Brand in Ilbenstadt getötet

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Bei dem Brand ist am Neujahrsmorgen ein Mann ums Leben gekommen.
Bei dem Brand ist am Neujahrsmorgen ein Mann ums Leben gekommen. © eij/einsatzfotos.tv

Niddatal-Ilbenstadt (hed). Der Neujahrsmorgen 2016 wird den Niddataler Feuerwehren lange in schlechter Erinnerung bleiben. Beim Brand eines Fachwerkhauses in der Ilbenstädter Schlossgasse kam ein 57-jähriger Mann ums Leben. Die Einsatzkräfte fanden seine stark verbrannte Leiche in der Dachgeschosswohnung. 15 weitere Bewohner konnten das Haus unbeschadet verlassen.

Wie das Feuer ausbrechen konnte, weiß die Polizei noch nicht. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurden der Leichnam und der Brandort sichergestellt.

Gegen 5 Uhr hatten Nachbarn die Feuerwehr alarmiert. 60 der theoretisch 125 verfügbaren Niddataler Feuerwehrmänner und -frauen waren schnell vor Ort. »Einige Kameraden hatten Alkohol getrunken und waren vernünftig genug, nicht zur Einsatzstelle zu kommen«; berichtet Stadtbrandinspektor Bernd Reiter der WZ. Auch deshalb hatte man die Wehren aus Friedberg und Karben (beide mit für die Löscharbeiten wichtigen Drehleitern) sowie Nieder-Wöllstadt um Hilfe gebeten. In der Ilbenstädter Altstadt stehen die Fachwerkhäuser dicht an dicht. Hier kann schnell ein Großbrand ausbrechen, deshalb waren die Einsatzkräfte beim Löschen nicht unbedingt darauf aus, Gebäudeteile zu schonen. So konnten sie verhindern, dass das Feuer auf andere Gebäude übergriff.    Seelsorger vor Ort   Als sich die Atemschutzträger in die Dachgeschosswohnung vorgearbeitet hatten, fanden sie dort die bereits stark verbrannte Leiche des 57-Jährigen. Vermutlich war er bereits beim Eintreffen der Rettungskräfte nicht mehr am Leben. Wie Reiter berichtet, musste man Seelsorger anfordern, die sich um einzelne Feuerwehrmänner kümmerten. Reiter: »Bislang waren wir in Niddatal von solchen Unglücken verschont geblieben.«

Zur Brandursache konnte die Polizei gestern Abend noch keine Angaben machen. Die Kriminalpolizei ermittle noch. Nach übereinstimmenden Zeugenaussagen darf man jedoch vermuten, dass das Feuer im Inneren der Wohnung ausgebrochen ist. Ein brennender Feuerwerkskörper dürfte demnach nicht der Auslöser gewesen sein.

Die weiteren Mieter im Haus – offenbar gab es dort mehrere Sozialwohnungen – wurden in städtische Wohnungen gebracht, berichtet Bürgermeister Dr. Bernhard Hertel. Diese richte man derzeit für die Flüchtlingsbetreuung her. Für einige habe die Besitzerin des Gebäudes bereits neue Bleiben gefunden. Das Haus in der Schlossgasse ist unbewohnbar. Der Schaden beträgt nach Polizeiangaben mindestens 120 000 Euro.

Wegen der starken Rauchentwicklung musste die nahe B 45 kurzzeitig gesperrt werden.

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