»Wertvolle Böden erhalten«

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Nidda (pm). »Weit mehr noch als Luft und Wasser gehört der Boden zu den Ressourcen ohne Fürsprecher - bislang. Und viel zu selten werden die globalen Herausforderungen in der Versorgung der Menschheit mit den Erträgen des Bodens in Verbindung gebracht«, schreiben Kirchenvertreter des evangelischen Dekanats Büdinger Land in einer Mitteilung mit Blick auf die Erweiterung des »Gewerbegebietes Limes - Erweiterung West«.

In Schöpfungsgottesdiensten und Diskussionsveranstaltungen haben sie sich seit vielen Jahren der Frage gewidmet, wie eine gute Balance zwischen Bewahrung und Bebauung der Schöpfung gewährleistet werden kann. Man habe dabei erfahren müssen, »dass zu oft wirtschaftlichen Interessen der Vorrang vor nachhaltigem Handeln und der Bewahrung der Schöpfung eingeräumt wurde«.

Aktuell sei eine Erweiterung des Gewerbegebietes Limes in Hammersbach-Limeshain entlang der A 45 in der Planung. Bei der zur Diskussion stehenden Gewerbegebietsfläche handele es sich laut gültigem Regionalplan Südhessen von 2010 um ein Vorranggebiet für Landwirtschaft, überlagert mit Vorbehaltsgebiet für den Grundwasserschutz. Im Rahmen des gesetzlich vorgeschriebenen Prozesses hat das Dekanat als Träger öffentlicher Belange eine Stellungnahme abgegeben.

Bebaung und Bewahrung

»Nach intensiver Beratung und der Abwägung zahlreicher Aspekte lehnt der Synodalvorstand des evangelischen Dekanats Büdinger Land unter Leitung seines Vorsitzenden Rolf Hartmann mehrheitlich den Vorentwurf des Bebauungsplans ›Gewerbegebiet Limes - Erweiterung West‹ sowie weitere damit in Verbindung stehende Erweiterungspläne ab«, schreibt das Dekanat.

In seiner Begründung bezieht sich der Synodalvorstand auf ein von ihm bereits im Spätsommer 2019 veröffentlichtes Positionspapier, in dem sich das Dekanat dafür ausgesprochen hatte »eine gute Balance zwischen Bewahrung und Bebauung der Schöpfung zu finden.« Demnach sei mit den Ressourcen der Erde nachhaltig umzugehen, damit ein gutes Leben für alle Menschen auf der Erde, heute und in Zukunft, möglich sein könne.

Mit großer Sorge hätten die Kirchenvertreter schon seit geraumer Zeit wahrgenommen, dass auch in der Wetterau zunehmend Flächen versiegelt würden, obgleich der Boden bekanntermaßen wertvoll für die regionale Nahrungsmittelerzeugung durch die Landwirtschaft vor Ort sei.

Seit 2017 ist das Dekanat offiziell im »Aktionsbündnis Bodenschutz Wetterau« vertreten, in dem sich zwölf Organisationen aus Kirchen, Landwirtschaft und Umweltschutz zusammengeschlossen haben, um gemeinsam für den Erhalt Wetterauer Böden aktiv zu werden. »In der Verantwortung für alle Mitgeschöpfe und für die gesamte Schöpfung sehen sich die Kirchenvertreter in Dekanat und Kirchengemeinden aufgerufen, sorgsam die eigene Konsum- und Lebensweise zu überprüfen und zu schauen, wie andere Geschöpfe und die Schöpfung durch eigenes Handeln beeinträchtigt und begrenzt werden. Gerade landwirtschaftliche Böden sind ein kostbares Gut und werden weltweit zunehmend rar«, heißt es in der aktuellen Stellungnahme.

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