Teilweise beschämt von der Gastfreundschaft

Wetteraukreis (pm). Sie haben sich auf das Land und die Menschen eingelassen, haben Freude, aber manchmal auch Frust erlebt: Über ihren Schüleraustausch im indischen Mumbai haben neun Wetterauerinnen kürzlich beim Rotary Club Nidda berichtet, der den Austausch ermöglicht hatte.

"Besonders fasziniert hat mich die Freundlichkeit der sympathischen Inder – unabhängig von ihrer Einkommenssituation und ihrem gesellschaftlichen Stand", berichtete Sina Kaltenschnee aus Ober-Widdersheim in der Hungener Stadthalle. Natürlich sei das Essen mit den scharfen Gewürzen gewöhnungsbedürftig gewesen, aber für fast alle Mädchen sei es nach ein paar Tagen mit der Ernährung ganz gut gegangen. Teilweise beschämt sei sie von der Gastfreundschaft gewesen, sagte Sina. Während des dreiwöchigen Aufenthaltes sei sie nicht nur ständig mit Geschenken überhäuft worden, ihre Gasteltern, die in beengten Verhältnissen leben, hätten ihr ihren eigenen Schlafplatz angeboten und zusammen mit den Kindern in einem Raum übernachtet. "So etwas habe ich in Deutschland noch nicht erlebt!"

Und dann seien da immer wieder die Musik und die Ausgelassenheit der Menschen gewesen. "Wir hatten den Eindruck, dass überall und ständig gesungen und getanzt wird", schwärmt Sina, die ihren 18. Geburtstag in Mumbai mit einer riesigen Schokoladentorte feiern konnte. Auch die zahlreichen Religionsgemeinschaften mit ihren prachtvollen Tempeln und Göttern beeindruckten. "Vielleicht wäre es für künftige Schülergruppen gut, sich vor der Reise mit der Glaubenswelt in Indien näher zu beschäf- tigen", regte die Schülerin an.

Es seien Freundschaften entstanden, die beim Gegenbesuch der indischen Schülerinnen im Mai weiter wachsen sollen. Ein besonderes Erlebnis sei der Besuch eines Dorfes bei Mumbai gewesen, das von indischen Rotariern bei einem Brunnenprojekt mit über 300 000 Dollar unterstützt worden sei. "Nach Jahren der Trockenheit und Dürre sind die Menschen jetzt wieder voller Hoffnung. Sie haben zwar jetzt immer noch nicht viel, aber sie sind glücklich", schilderte die Austauschschülerin. Strahlende Kinderaugen auf einem der unzähligen Gruppenfotos unterstreichen ihren Eindruck. "Ich werde nie vergessen, wie begeistert und intensiv die Kinder in einem winzigen Raum, ihrer Schule, Mathematikaufgaben gelöst haben.

" Auch ihre Mitschülerinnen berichteten von bewegenden Bildern: Etwa beim Besuch einer farbenfrohen indischen Hochzeit oder von der nicht ganz risikolosen Fahrt in einem überfüllten Zug, der noch streng in Bereiche für Frauen und Männer geteilt war. "Mumbai scheint nie zu schlafen."

Zum Abschluss des für alle Gäste kurzweiligen und informativen Abends bedanken sich die Schülerinnen mit einem aus Indien mitgebrachten Lampion bei Manfred Knoll vom Rotary Club für die Organisation ihres Schüleraustauschs.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare