_3aLOKFBN29-B_104207_4c
+
Mehr Fallzahlen und auch eine Zunahme schwerer Gewalttaten registriert der Frauen-Notruf Wetterau seit Ende des ersten Corona-Lockdowns 2020. (Symbolfoto)

Häusliche Gewalt

Frauen-Notruf Wetterau: Schwere Gewalttaten nehmen weiter zu

  • VonRedaktion
    schließen

Die Ruhe während des ersten Lockdowns 2020 erwies sich als trügerisch. Seit dem schnellt die Zahl an Hilfe suchender Frauen beim Frauen-Notruf Wetterau nach oben.

Nidda – Seit Ende des ersten Lockdowns 2020 sind die Fallzahlen beim Frauennotruf deutlich angestiegen. Ein Ende der Entwicklung ist nicht in Sicht. Dies schreibt der Frauen-Notruf Wetterau in einer Pressemitteilung. »Die Ruhe während des ersten Lockdowns 2020 erwies sich als trügerisch. Seit den Lockerungen im vergangenen Sommer steigen die Beratungsanfragen beim Frauen-Notruf Wetterau deutlich an.«

Frauen-Notruf Wetterau: Täglich neue Anfragen

Frauen-Notruf Wetterau

Der Frauen-Notruf Wetterau ist erreichbar unter der Telefonnummer 0 60 43/44 71 und per E-Mail an info@frauennotruf-wetterau.de. Auf der Internetseite www.frauennotruf-wetterau.de gibt es eine Online-Beratung.

In manchen Wochen kämen täglich neue Anfragen von gewaltbetroffenen Frauen und Mädchen, die eine vertrauensvolle Beratung suchen. »Wir bemühen uns, so zeitnah wie möglich einen Termin zu vereinbaren. Lange Wartezeiten gibt es zum Glück nicht. Dafür bleiben leider andere wichtige Projekte liegen, wie zum Beispiel Präventions- und Öffentlichkeitsarbeit«, führt die Leiterin des Frauen-Notrufs, Christa Mansky, aus. Der Frauen-Notruf hat bereits jetzt zur Jahresmitte die Fallzahlen erreicht, die im letzten Jahr insgesamt zusammengekommen sind.

Auch die gute Zusammenarbeit mit der Polizeistation Büdingen führt zu mehr Beratungen. Bei Einsätzen zu häuslicher Gewalt informiert die Polizei die betroffenen Frauen über Beratungsangebote im Wetteraukreis. Die Frau kann einer Weitergabe ihrer Daten an die Beratungsstellen zustimmen, sodass die Beraterinnen Kontakt mit der Frau aufnehmen.

Frauen-Notruf Wetterau: „Wir melden uns wenn möglich am selben Tag“

»Dadurch wird eine wichtige Hemmschwelle abgebaut. Die Frauen haben in der Situation oft nicht den Kopf frei, um sich um Telefonnummern und Adressen zu kümmern«, sagt Beraterin Jeanette Stragies. »Wir melden uns wenn möglich am selben Tag oder am Tag darauf, und erklären unser Beratungsangebot. Je länger die Gewalttat zurückliegt, desto eher verdrängen die Frauen die Schwere der Tat und lehnen eine Beratung ab. Das wollen wir natürlich verhindern.«

Neben der steigenden Zahl von Fällen, stellen die Beraterinnen auch mehr Fälle von schwerer körperlicher Gewalt und mit erhöhtem Arbeitsaufwand fest. Beim Frauen-Notruf in Nidda arbeiten zwei Beraterinnen, die neben der Beratungsarbeit auch in zahlreichen Gremien und Arbeitsgruppen mitwirken, um die Themen Gewaltschutz und -prävention im Wetteraukreis voranzubringen. »Die Personalsituation macht es uns unmöglich allen Arbeitsfeldern gerecht zu werden. Die Beratungsarbeit hat natürlich Vorrang, aber um langfristig weniger Fälle von körperlicher, sexualisierter oder seelischer Gewalt gegen Mädchen und Frauen zu haben, müssten wir personell deutlich besser aufgestellt sein«, sagt Mansky. Hierfür wäre eine bessere finanzielle Ausstattung durch das Land Hessen und den Wetteraukreis notwendig. (pm)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare