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Abstrakt und figürlich: Matthias Weidmann und Tanja Röder vor der Holzplastik »Schauender«.

Perspektivenwechsel im Park

Nidda-Bad Salzhausen (mez). Nicht ohne Musik: Auch das fünfte Werkforum Plastische Perspektiven des Vereins »Kunst:Projekt« begann mit dem Spiel von Helmut Fischer (Piano) und Markus Wach (Kontrabass). Ein geführter Rundgang zu den Arbeiten im Park schloss sich an. »Kunst:Projekt«-Vorsitzender Matthias Weidmann führte den Dialog mit Christine Hach, Karl Anton Koenigs, Stefan Schindler und Tanja Röder, die ihre Werke vorstellten.

Im Parksaal zeigten die Künstler weitere Werke. 130 Gäste waren gekommen. Auf den Zwischenwegen ergaben sich lebhafte Gespräche der Künstler und Besucher. Christine Hachs Plastik »Abtauchen« war das erste Ziel. Zum Figurentitel passend, rauschte im Hintergrund die Fontäne des Teichs und die Künstlerin bekannte sich zu großer Affinität zu Wasser. Hach erläuterte ihre Arbeitstechnik mit dem Verwenden verschiedenfarbigen Tons und eigener, bewusst nur leicht getönter und transparenter Glasuren an, den Figurenaufbau und die Oberflächenbearbeitung: »Der Brennraum des Ofens begrenzt die Größe der Teile, hier sind drei zusammengefügt. An den Oberflächen lasse ich bewusst Arbeitsspuren stehen, der Schnitzelklopfer ist mein liebstes Werkzeug.«

»Ich will Werke schaffen, wo man was machen kann«, meinte Karl Anton Koenigs. So steht ein Podium neben seiner Transportkiste auf Stelzen, die er »Kakversum« nach seinen Anfangsbuchstaben und dem Universum nennt. Durch ein Guckfenster über die ganze Breite kann der Betrachter, der gleichzeitig Akteur wird und szenische Bilder bieten kann, in den Park hinaussehen.

An eine Camera obscura fühlte sich Weidmann erinnert - zugleich eine Assoziation an einen anderen Schwerpunkt in Koenigs Schaffen, die Fotografie. Er hat als Gesellschaftsfotograf gearbeitet, die Atmosphäre des Berliner Nachtlebens eingefangen.

Am Anstieg des Hügels hebt sich Stefan Schindlers Holzplastik »Großer Engel« vom Grün des Waldrandes ab. Anders als viele seiner Holzbildhauerkollegen zeigte Schindler sich eigenwillig: »Ich bin kein Kettensägenfan. Ich arbeite lieber mit Äxten, Beil und Drechsel, suche die körperintensive Arbeit.«

Eigenwillig ist auch die flügellose Figur im schönen Honigton des Holzes, die viele Betrachter eher an einen Pierrot erinnerte oder an ein Vogelwesen.

»Die Natur ist für mich die Mutter der Kunst« bekannte Tanja Röder beim Gespräch vor ihrer Holzplastik »Schauender«, die Matthias Weidmann als »figürlich angelegt, aber weithin abstrahiert« charakterisierte. »Mich fasziniert das Thema des menschlichen Körpers, aber zugleich die Reduktion« antwortete die Künstlerin. »Ich greife gern Gefundenes auf, hebe in der Gestaltung dessen Eigenheiten hervor.«

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