Sophia Vinson hält hinter der Lumos-Theke die Stellung. Popcorn gibt es hier jetzt nur noch für zu Hause.	FOTO: IM
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Sophia Vinson hält hinter der Lumos-Theke die Stellung. Popcorn gibt es hier jetzt nur noch für zu Hause. FOTO: IM

Kino reagiert mit Kreativität auf die Krise

  • vonInge Schneider
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Nidda (im). Der Gastraum ist leer, Sophia Vinson hinter der Theke und die Köchin im Hintergrund haben dennoch gut zu tun: »Unser neues Angebot ›Lumos Lounge Takeaway‹ hat sofort gezogen«, freut sich die junge Mitarbeiterin im Kinoteam. Statt Filmen vor Ort gibt es im Kino nun täglich und testweise von 12 bis 21 Uhr ein begrenztes Speisenangebot zum Mitnehmen. Ein Online-Hinweis und Mund-zu-Mund-Propaganda haben gereicht: »Jetzt klingelt seit zwei Stunden immer wieder das Telefon«, erzählt Vinson.

Popcorn to go

Die Notlösung komme gut an, auch bei Familien und Geschäftsleuten im Umkreis, berichtet die Kinomitarbeiterin. Man hält sich an die Maßgabe »nur nach telefonischer Vorbestellung«, verkürzt dadurch die Anwesenheit vor Ort, betritt die Lounge maximal zu zweit, desinfiziert sich am Eingang die Hände und holt dann Hamburger, Fingerfood wie Nachos, Mozzarella- und Chicken-Sticks samt Dips sowie Salat und Flammkuchen ab. Sogar Popcorn ist zu haben, was wenigstens einen Hauch Kino-Flair in schweren Zeiten verheißt.

Am Mittwoch vergangener Woche hatte das Haus, das erst vor Kurzem zu Deutschlands beliebtestem Kino gekürt worden war, seinen Lichtspiel- und Gastronomiebetrieb auf Anweisung des Landes Hessen eingestellt. Damit soll die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt werden. Die Maßnahme sei von den geschäftsführenden Gesellschaftern Joram Gornowitz, Sebastian Weiß und Steffen Presse sofort umgesetzt worden und werde vom gesamten Team mitgetragen, betonen die Geschäftsführer in einer Pressemitteilung.

»Nach mehr als einer Woche Stillstand für die Öffentlichkeit regt sich nun wieder etwas am Kreisel in Nidda.« Die Wiedereröffnung zumindest der Lounge ist dadurch möglich, dass Gastronomen weiter außer Haus verkaufen dürfen. Die Arbeitsbedingungen und Hygiene-Standards würden der aktuellen Lage angepasst, betonen die Geschäftsführer. Kunden, die Erkältungssymptome zeigen, bitten sie, von einer Nutzung des neuen Abholdienstes abzusehen.

Die Geschäftsführung erhoffe sich durch das Angebot einen doppelt positiven Effekt, heißt es weiter. Zum einen wolle man zur Versorgung Niddas und seiner Umgebung beitragen, aber auch seine wirtschaftliche Verantwortung gegenüber den 65 Mitarbeitern des Hauses nicht vernachlässigen. »Durch eine stückweise Weiterführung des Betriebs können Mitarbeiter in Beschäftigung gehalten und oberhalb des Kurzarbeitsgeldes bezahlt werden, somit wird eine finanzielle Krise zumindest abgeflacht.«

Ein Konzept, das aufzugehen scheint. Zudem können über die Homepage weiterhin Gutscheine gebucht werden; bereits erworbene Eintrittskarten behalten ihre Gültigkeit. Beides gilt übrigens für alle Kinos in der Region.

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