Johanniterturm: Vor allem die Balken haben gelitten

Nidda (pm). Seit einigen Tagen ist der Johanniterturm vom Sockel bis zum Wetterhahn eingerüstet. Auch der Zimmermann hat bereits mit seiner Arbeit begonnen. Die Sanierungsarbeiten sollen etwa ein halbes Jahr dauern.

Schon Ende der 90er Jahre hatte sich abgezeichnet, dass die Stadt Geld investieren muss, um Niddas ältestes Bauwerk dauerhaft zu erhalten. Bei einer statischen Überprüfung wurde 2007 das Ausmaß der Schäden am Gebälk offenbar: Auf der Ebene des Glockenstuhls war keine einzige Pfette mehr stabil, die auf der Wetterseite löste sich unter den Händen des Statikers buchstäblich in Staub auf. Es wurden Notsicherungsarbeiten durchgeführt und das Geläut abgeschaltet, um Schwingungen zu vermeiden.

Der Zimmermann wird nun in traditioneller Konstruktion mit alten Holzbalken sämtliche Mauerlatten und zahlreiche aufgehende Balken der Turmkonstruktion austauschen und die Glockenstuhl-Ebene sanieren. Der Dachdecker wird die Turmspitze neu mit Naturschiefer eindecken sowie die Bleieinfassungen und den Blitzschutz erneuern.

Vom historischen Putz soll so viel wie möglich erhalten werden. Er wird gereinigt und im notwendigen Umfang mit einem speziellen Kalkspatzenmörtel ergänzt. Dabei werden auch Farbuntersuchungen vorgenommen, einige zerbröselte Steine ausgetauscht und das Sandstein-Maßwerk der Fenster restauriert. In kleinem Umfang werden noch Schlosser- und Glaserarbeiten sowie Malerarbeiten an den Zifferblättern erforderlich. Momentan geht die Stadt von 340 000 Euro Kosten aus.

Bürgermeister Hans-Peter Seum ist optimistisch, dass die Anträge auf Denkmalschutz-Fördermittel, die die Stadt bei Land und Kreis gestellt hat, positiv beschieden werden. "Unabhängig von den Fördermitteln gilt es selbstverständlich, das altehrwürdigste Baudenkmal Niddas, das für die Stadt identitätsstiftende Wirkung hat, für die nächsten Jahrzehnte wieder in einen würdigen Zustand zu bringen", schreibt Niddas Rathauschef.

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