Hinweisgeber im Fall Johanna geehrt

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Nidda/Ranstadt(bf). Im Jahr 1999 vergewaltigte und ermordete Rick J. die damals achtjährige Johanna Bohnacker aus Bobenhausen. 18 Jahre nach der grausamen Tat wird der Täter gefasst - mithilfe von vier aufmerksamen Männern, die 2017 maßgeblich zur Aufklärung des Falls beitrugen. Jetzt, 21 Jahre nach dem Mord, sind sie mit der Ehrenplakette der Stadt Nidda ausgezeichnet worden.

Matthias Anke, Jerrik Heß, Wilhelm Hammen und der mittlerweile verstorbene Werner Haas hatten den Täter im August 2016 entdeckt, als er ein 14-jähriges Mädchen in einem Maisfeld fesselte. Er hatte ihr Gesicht mit Klebeband beklebt und sie gefilmt. Die Fingerabdrücke auf dem Klebeband stimmten mit den Abdrücken im Mordfall Johanna überein.

"Hier haben Bürger nicht einfach weggeschaut, sondern die Initiative ergriffen" lobte Bürgermeister Hans-Peter Seum am Dienstag laut einem Bericht des Kreisanzeigers. Man habe daher die Möglichkeit der Auszeichnungen durch die Stadt eigens für die vier um den Bestand einer Ehrenplakette erweitert. Er bemängelte demnach, dass das Land Hessen noch keine Bestrebungen zeige, die Männer zu würdigen. Auch von der damals ausgesetzten Belohnung von 25 000 Euro, die einst für Hinweise, die zur Ergreifung des Täter ausgesetzt waren, sei nichts angekommen.

Bei Rick J. wurden damals Datenträger und Videokassetten gefunden, u. a. auch relevante Daten im Fall Johanna. 2018 wurde er wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Richter stellten eine besondere Schwere der Schuld fest. 2019 verwarf der Bundesgerichtshof die Revision. Das Urteil ist rechtskräftig.

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