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Närrische Spezialität

Handkäskreppel aus Hessen: Außen süß, innen salzig

  • vonInge Schneider
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Ein Biss, und die Überraschung ist perfekt: Handkäs, Zwiebeln, Zucker und Kreppel - das ist nicht nur optisch ein Hingucker, sondern passt auch im Mund bestens zusammen.

Einer Feierlaune ist es zu verdanken, dass vor zwei Jahren der Mett-Kreppel entstand, in Kooperation der Bäckerei Rank mit dem Niddaer Carneval-Verein und seinem Ober-Hofmarschall Jan-Philipp Repp. Der Hessen-Kreppel mit Handkäs nun ist das Ergebnis einer Kunden-Abstimmung. Und, nicht zuletzt, auch der Corona-Pandemie.

»Überall trauern die Narren, weil der Fasching ausfällt - da dachten wir: Setzen wir doch am 11.11. einen fröhlichen Kontrapunkt und geben dem Mett-Kreppel einen Nachfolger«, sagen Theresa Rank, Geschäftsführerin der Bäckerei, und ihre Schwester, Katharina Rank.

Die Kunden-Abstimmung ergab, dass der Hessen-Kreppel mit Handkäs gefüllt werden soll. Dies auch, um Vegetariern und Menschen, die auf Schweinefleisch verzichten, eine Alternative zum Mett-Kreppel zu bieten.

Insgesamt 40 Mitarbeiter

»Die Kombination von Innovation und Tradition liegt unserer Familie im Blut«, sagt Theresa Rank. Die Geschäftsführung nimmt die gelernte Medienkauffrau gemeinsam mit ihrem Vater Thomas Rank wahr.

Bäckermeister im Team von insgesamt 40 Mitarbeitern ist ihr Ehemann Christian Rank, Schwester Katharina wiederum ist als Betriebswirtin mit Lehrauftrag an der FH Frankfurt fürs Marketing zuständig. »Aber generell macht bei uns jeder alles - zu jeder Tages- und Nachtzeit«, erläutern die beiden Schwestern.

Familienbetrieb seit 175 Jahren

Das frisch begonnene Jahr beinhaltet ein Jubiläum: Zählt man den jüngsten Spross des Hauses mit, dann ist man bereits in der siebten Generation und im 175. Jahr am Platze, hält das Handwerk hoch und die Nähe zu den Kunden in Ehren.

Beides war mit Sicherheit schon dem Gründerpaar Philipp und Elise Rank im Jahr 1846 wichtig, die den Standort nahe an der Nidda und der dortigen Mühle wählten.#

Eine historische Backofen-Kachel mit der Darstellung der Hochzeit zu Kana weist die Jahreszahl 1740 aus und verdeutlicht, wie weit die Bäckertradition des Hauses zurückreicht.

Roggenbrot geht bis ins Ausland

Familie Rank brachte Bachstube und Ladengeschäft, Café und früher auch eine Gastwirtschaft unter einen Hut. »Später hat unser Vater den Latte Macchiato in Nidda eingeführt, wir haben Cake Pops und Cronuts gebacken, bevor die Rezepte zum Allgemeingut wurden, halten aber auch an den Spezialitäten unseres Hauses fest«, sagen die Schwestern Rank.

»Unser ausgehobenes reines Roggenbauernbrot, traditionell hergestellt mit Mehl aus dem Vogelsberg und geführtem Sauerteig, geht bis ins europäische Ausland. Unsere Klassiker wie Schwarzwälder Kirsch, die beliebten Nussecken und Teezungen dürfen im Sortiment nicht fehlen.«

Liebe zum Handwerk

Diese Köstlichkeiten im Café zu genießen, ist der Kundschaft zurzeit nicht möglich, während das Ladengeschäft geöffnet bleiben darf. »Vor Corona war unsere liebe Großmutter Erika trotz ihrer 83 Jahre noch hier im Laden und im Café - das Herz des ganzen Geschäftes und Ansprechpartnerin für alle Gäste.«

Diese emotionale Bindung, neben der Liebe zum Handwerk ein Charakteristikum des Familienunternehmens, gerät durch den langen Lockdown in Gefahr. »Es ist förmlich zu sehen, wie die Einsamkeit in der Stadt zunimmt.

Davon betroffen sind vor allem die Älteren«, sagen Theresa und Katherina Rank. Umso mehr freuen sie sich über jedes Gespräch an der Ladentheke - und über jeden Hessen-Kreppel, der ein Lächeln ins Gesicht ihrer Kunden zaubert.

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