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Details zum Brand in Nidda: Löscharbeiten dauern einen Tag

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Von: Oliver Potengowski

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Die Niddaer Feuerwehren bekämpfen den Brand. Der Einsatz dauert rund 25 Stunden. © SAX

In der Nacht auf Samstag, 26.Februar 2022, brannte eine als Elektroniklager genutzte ehemalige Scheune in Nidda-Ulfa lichterloh. Nun sind Abläufe der Löscharbieten bekannt.

Nidda - Durch massiven Einsatz haben rund 100 Feuerwehrleute in der Nacht auf Samstag eine Brandkatastrophe im dicht bebauten Dorfkern von Ulfa verhindert. Die Löscharbeiten konnten erst nach 25 Stunden abgeschlossen werden.

Um kurz vor 2.30 Uhr war eine Nachbarin durch einen lauten Knall auf das Feuer aufmerksam geworden. Als sie nach der Ursache sah, bemerkte sie, dass eine ehemalige Scheune brannte, die als Elektroniklager und Geschäftsgebäude genutzt wurde. Umgehend alarmierte die Frau die Feuerwehr. Diese ging bei der Alarmierung zunächst davon aus, dass von dem Brand auch Wohnräume betroffen und Menschen in Gefahr seien.

Die Einsatzfahrt nach Ulfa wurde durch zum Teil sehr glatte Straßen erschwert. Die Flammen waren schon aus mehreren Kilometern Entfernung hoch über dem mit Hofreiten dicht bebauten Ortskern zu sehen. Auch die nach Angaben von Nachbarn in den 60er Jahren erbaute ehemalige Scheune bildete die Rückseite einer solchen Hofreite. Beim Eintreffen der Feuerwehr stand die ehemalige Scheune bereits in Vollbrand. Angesichts unmittelbar angrenzender Gebäude des betroffenen Hofs, in denen unter anderem Büros, Wohnräume und ein privates Museum mit Antiquitäten untergebracht sind, und der teilweise direkt angebauten Nachbarhöfe bestand sehr große Gefahr, dass das Feuer auch auf diese übergreifen könnte.

Brand in Nidda: 96 Einsatzkräfte aus mehreren Feuerwehren im Einsatz

Dementsprechend galten die Anstrengungen der 96 Feuerwehrleute, die aus fast allen Stadtteilen außer Michelnau sowie Ober- und Unter-Widdersheim zum Brand geeilt waren, zu verhindern, dass weitere Gebäude Feuer fangen. Hierzu wurden außer von der Drehleiter und der Hofreite, deren Rückseite die Scheune bildete, auch Löschangriffe von benachbarten Höfen und Gartengrundstücken hinter der Scheune unternommen. Kreisbrandmeister Leon Gierhardt sicherte die Löschwasserversorgung unter anderem durch eine Schlauchleitung aus der Ulfa.

Dass es gelang, das Überspringen des Feuers zu unterbinden, obwohl ein angrenzender Dachstuhl und ein Kfz-Teilelager unter einem Blechdach hinter der ehemaligen Scheune beim Eintreffen der Feuerwehr bereits brannten, beeindruckte die zahlreichen Schaulustigen aus dem Dorf ebenso wie die Polizisten, die am Einsatzort waren. Nach ungefähr einer Stunde intensiver Löscharbeiten war die Gefahr einer weiteren Ausbreitung des Brandes nach Angaben des Stadtbrandinspektors Benjamin Balser gebannt.

Brand in Nidda: hohe Flammen und starke Hitze - Löscharbeiten dauern bis in den Sonntag hinein

Das Lager des Elektronikhandels war wegen der extrem hohen Flammen, der starken Hitzeentwicklung und der im Gebäude brennenden Elektronikartikel, die in Hochregalen eingelagert waren, nicht mehr zu retten. Zudem war bereits zu Beginn des Einsatzes der Dachstuhl eingestürzt. Ein Statiker stellte am Samstag fest, dass auch die durch den Brand geschwächten Giebelwände umzustürzen drohten. Deshalb wurden diese mit einem Autokran eingerissen.

Erst gegen 8 Uhr am Samstagmorgen war der Brand schließlich soweit unter Kontrolle, dass erste Feuerwehrleute abgezogen werden konnten. Bei den Nachlöscharbeiten mussten ein Bagger und ein Radlader brennendes Material immer wieder auseinanderziehen, um es ablöschen zu können. Parallel dazu begann die Kriminalpolizei mit ihren Ermittlungen zur Brandursache.

Bis in den Nachmittag hinein mussten die Feuerwehrleute immer wieder neu aufflammende Stellen löschen. Von 17 Uhr bis in die frühen Morgenstunden des Sonntags kontrollierten abwechselnd Brandwachen der Stadtteilfeuerwehren, ob das Feuer wieder aufflammt. Erst gegen 3.30 Uhr konnte die Feuerwehr Ulfa endgültig melden, dass der Brand gelöscht ist.

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