Ahmadiyya fordert Kampf gegen Terror

  • vonOliver Potengowski
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Nidda(sax). Ein entschlossenes Vorgehen gegen Terroristen jeder Art und ausdrücklich auch gegen Islamismus fordert die Ahmadiyya Muslim Jamat in zwei Pressemitteilungen, die die Gemeinde in Nidda nach den jüngsten Terroranschlägen verschickt hat. Darin betont sie, dass sie sich uneingeschränkt zur freiheitlich demokratischen Grundordnung bekennen. Die Terroranschläge in Frankreich und jetzt in Wien stünden im Gegensatz zu den Lehren des Islam, der den Erhalt der Schöpfung Gottes und die Unversehrtheit des Lebens fordert.

"Unsere Religion erlaubt unter keinen Umständen Terrorismus und Extremismus und jeder, der etwas anderes behauptet, handelt gegen die Lehren des heiligen Quran", wird Mirza Masroor Ahmad, der spirituelle Führer der Ahmadiyya zitiert. "Das Leben zu schützen ist ein Grundprinzip im Islam", ergänzt Pressesprecher Mohammad Dawood Majoka. Er fordert, "Europa muss entschieden gegen islamistischen Terror vorgehen, um die Sicherheit aller Menschen zu gewährleisten."

Nur wenige Stunden, nachdem die Gemeinde die erste Pressemitteilung veröffentlicht hatte, reichte sie unter dem Eindruck des Attentats von Wien eine zweite Erklärung nach, in der sie auch diesen Anschlag unmissverständlich verurteilt. Man hoffe, dass die Attentäter schnellstmöglich gefasst und vor Gericht gebracht werden. "Wir Europäer müssen entschlossen gegen Terroristen jeglicher Art vorgehen", heißt es in der jüngsten Pressemitteilung. "Wir werden nicht ermüden und niemals aufgeben, um für ein friedliches Miteinader zu werben und unsere Stimme gegen jegliche Form von Extremismus zu heben." Nicht erst seit den jüngsten Terroranschlägen erklären die Mitglieder der Ahmadiyya-Gemeinde in Nidda, dass sie Gewalt entschieden ablehnen. In einem Gespräch, dass diese Zeitung nach den rechtsextremen Morden von Hanau mit Maulood Ahmad Zia, dem Pressesprecher der Gemeinde und deren Imam Syed-Abrar Shah führte, betonten sie, dass das nicht nur nach außen, sondern auch nach innen gelte. So sei ein Elternpaar, das in Darmstadt seine Tochter ermordet hatte, weil es deren Beziehung zu einem Mann nicht duldete, aus der Gemeinschaft ausgeschlossen worden. Es sei nicht Aufgabe von Muslimen, andere für Glaubensverfehlungen zu bestrafen, erläuterte Zia in dem Gespräch. "Im Koran heißt es, dass jeder für seine Taten selbst die Last trägt."

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