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ZUM NACHDENKEN

Nichts hinzuzufügen?

  • VonRedaktion
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Ich begeistere mich für Sport. Mit großem Interesse habe ich die Olympischen Spiele in Tokio verfolgt. Es gab eine Szene, die mich sehr beschäftigt hat. Sie ereignete sich nach dem Finale der 4x100-Meter-Staffel der Frauen. Die deutschen Sprinterinnen liebäugelten mit der Bronze-Medaille, hieß es vorab. Die Jamaikanerinnen gewannen wie erwartet, die Deutschen belegten Platz fünf.

Etwa zwei Minuten später holte ein Reporter sie vor die Kamera und bat um »Fehleranalyse«. Noch außer Atem versuchte eine jede zu erklären, weshalb das Ziel »Bronze« nicht geklappt hat. Als letzte sagte schließlich Gina Lückenkemper: »Das war Scheiße!«

Aufgeregt haben mich nicht dies Worte der dreifachen deutschen Meisterin, sondern der Kommentar, den der Reporter abgab: »Dem ist nichts mehr hinzuzufügen!« Und damit beendete er das Interview.

Ich saß fassungslos da. »Tatsächlich?«, fragte ich mich. Wie wäre es mit: »Respekt für den fünften Platz!« »Toll, dass ihr es ins Finale geschafft habt!« Ach, so viel mehr wäre noch hinzuzufügen gewesen!

Ich hoffe und wünsche uns, dass wir es schaffen, in unseren Begegnungen wertschätzender miteinander umzugehen. Dass wir nicht immer auf das Negative, sondern auf das Positive sehen. Oder wie es der Apostel Paulus sagt: »Macht euch gegenseitig Mut und richtet einander auf!« (1. Thessalonicher 5, 11)

Pfarrerin Claudia Ginkel , Friedberg

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