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Neues Domizil mitten in der Stadt

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Von: Harald Schuchardt

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Groß ist das Interesse beim Tag der offenen Tür im neuen Domizil des Hospizdienstes Wetterau. © Loni Schuchardt

Bad Nauheim (har). Im kommenden Jahr wird es den Hospizdienst Wetterau seit 25 Jahren geben. »Das werden wir bestimmt groß feiern«, sagt Vorsitzender Bernhard Sohni. Einen Grund zum Feiern hatte der Verein bereits am vergangenen Samstag: Bei einem »Tag der offenen Tür« wurde das neue Vereinsdomizil in der Frankfurter Straße 24 der Öffentlichkeit vorgestellt.

»Die alte Geschäftsstelle in der Bahnhofsallee lag im vierten Stock, der Aufzug war total eng und wurde kaum genutzt. Nun sind es nur wenige Stufen zu den repräsentativen Räumen mit einem eigenen Eingang«, freut sich Sohni, der im Laufe des Tages zusammen mit der Zweiten Vorsitzenden Anita Unkel viele Interessenten begrüßen konnte, darunter am Vormittag Bürgermeister Klaus Kreß, der in erster Linie die Arbeit der ehrenamtlich tätigen Mitglieder lobte.

Ein Thema, das kein

Tabu mehr sein soll

»Sterbe- und Trauerbegleitung ist in unserer Gesellschaft noch immer ein Thema, das viel zu sehr tabuisiert wird«, sagte Kreß, der diesem Tabu entgegen treten möchte - auch innerhalb der Stadtverwaltung. Den Mitarbeitern sollen in Zusammenarbeit mit dem Hospizdienst Letzte-Hilfe-Kurse und die Erläuterung der »umfassenden Vorsorgemappe« angeboten werden. Diese Vorsorgemappe wurde von der Internationalen Gesellschaft für Sterbebegleitung und Lebensbeistand (IGSL), in der der Hospizdienst Wetterau Mitglied ist, herausgegeben. Neben grundlegenden Fragen zur Selbstbestimmung am Lebensende enthält die Mappe aktuelle Vordrucke von der Patientenverfügung über Vorsorgevollmacht bis hin zur Betreuungs- und Behandlungsverfügung.

Für Fragen standen die drei hauptamtlichen Koordinatorinnen Elke Görnt-Au, Anke Schroeder und Anke Rüting zur Verfügung. »Sie sind die Seele des Hospizdienstes«, lobte Sohni bei einem Rundgang durch die neuen Räume, zu denen auch eine voll ausgestattete Küche gehört. Im großen Gruppenraum wurden an mehreren Stellwänden Arbeit und Angebote des Hospizdienstes präsentiert.

Für Sterbende

und für Trauernde

Dazu gehören unter anderem die Qualifizierungsmaßnahmen für Ehrenamtliche in der Sterbe- und Trauerbegleitung. Die Sterbebegleitung kann sowohl im privaten Umfeld als auch in Pflegeeinrichtungen vorgenommen werden und ist für den Begleiteten kostenlos.

Die Trauerbegleitung gibt es individuell, aber auch in einer geschlossenen Trauergruppe. Vorgestellt wurden ferner zahlreiche Projekte wie der Letzte-Hilfe-Kurs, in dem unter anderem Wissenswertes im Umgang mit Sterben und Tod, zudem Anregungen zu Vorsorge, Entscheidungsfindung und Abschied vermittelt werden.

Einmal im Monat findet ein Trauercafé statt, außerdem gibt es Kreativangebote wie Tonarbeiten, Collagen oder Malerei, mit denen Trauer verarbeitet werden kann. Beispiele dieser kreativen Arbeit wurden auf einem Tisch präsentiert. Gefeiert wurde am Samstag mit Snacks und Getränken in und vor dem neuen Domizil, das für jeden nun sichtbar mitten in der Stadt liegt.

Informationen zu den Angeboten gibt es auch auf der Internetseite www. hospizdienst-wetterau.de.

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