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Neuer Hochbehälter wird gebaut

  • vonAnnette Hausmanns
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Ober-Mörlen (hau). Spatenstich an der Mautzenwiese: Am Dienstagmorgen trafen sich weit außerhalb der Ortslage Bürgermeisterin Kristina Paulenz und ihre beiden kommunalen Wassermeister Jens Draheim und Steffen Rehde mit Planern und Bauausführern am Trinkwasserhochbehälter Mautzenwiese. Neben dem Betriebsgebäude aus dem Jahr 1969 wird ab Juni ein Neubau entstehen.

Im kommenden Jahr werden zwei große Edelstahltanks eingebaut und außerdem alle Versorgungsleitungen erneuert. Insgesamt nimmt die Gemeinde 2,2 Millionen Euro in die Hand, um die Versorgung der wachsenden Bevölkerung mit Trinkwasser sowie den Brandschutz zu gewährleisten.

Die Lage des Behälters hat sich aus geodätischer beziehungsweise wasserdrucktechnischer Sicht zwar bewährt, aber ein Anbau an den vorhandenen, erheblich zu sanierenden Hochbehälter hätte sich nicht gelohnt, erläuterten Bürgermeisterin Paulenz und Planer Georg Schwehn von der Ingenieurgesellschaft Hof aus Harbach. Das hatte Ende 2018 eine Machbarkeitsstudie zur Optimierung der Trinkwasserversorgung ergeben.

Laut Berechnung und mit Rücksicht auf das Neubaugebiet »Schießhütte II« kamen die Planer auf eine notwendige Erhöhung der Speicherkapazität von derzeit 750 auf mindestens 1400 Kubikmeter.

So kommt es jetzt auch: Der Neubau - ausführende Firma ist das Bauunternehmen Hinterlang aus Bad Endbach - wird 30 Meter lang, 16 Meter breit und elf Meter hoch. Die beiden modernen Edelstahlzylinder werden einen Durchmesser von 11,5 Metern haben und fast acht Meter hoch sein. Sie haben eine Speicherkapazität von je 700 Kubikmetern. Die neuen Tanks werden also 1,4 Millionen Liter Wasser fassen können und sollen deutlich langlebiger als der vorhandene Stahlbetontank sein. Eingebaut wird ein rotierendes Düsensystem zur Reinigung.

Wasser hat sehr hohe Qualität

Die vorhandene Entsäuerungsanlage zur Wasseraufbereitung im Hochbehälter kann unterdessen wiederverwendet und in den Neubau eingelassen werden. Auch der separate Wasserspeicher für die Autobahnrastanlage an der A 5 kann weiter genutzt werden, er wurde vor sieben Jahren erfolgreich saniert.

Im zweiten Bauabschnitt soll nächstes Jahr zudem die Verbindungsleitung zum Tiefbrunnen Mautzenwiese erneuert werden, außerdem alle Versorgungskabel und nicht zuletzt das Technikgebäude des Tiefbrunnens selbst. Er liegt etwas erhöht mehrere Hundert Meter entfernt von dem Hochbehälter.

Wie die kommunalen Wassermeister Rehde und Draheim erläuterten, setzt sich das Ober-Mörler Trinkwasser zusammen aus dem Zulauf vom Tiefbrunnen Mautzenwiese und von der Stockborn-Quelle, die beide in der Ober-Mörler Gemarkung liegen, sowie aus Inheiden über einen Anschluss an die Verbundleitung der Ovag. Die Wasserqualität bezeichnen beide als gut und die Transportverluste mit 0,8 Prozent als ausgesprochen gering.

Die Wasseraufbereitung im Tiefbrunnen kann dank dessen Bohrtiefe von 30 beziehungsweise 60 Metern mechanisch laufen, das Quellwasser vom Stockborn wird mit einer Ultrafiltrationsanlage aufbereitet und das Trinkwasser schließlich im Hochbehälter durch die Entsäuerungsanlage geschickt, indem Luft hineingeblasen wird.

Kein Mineralwasser in Flaschen werde derart gründlich geprüft wie Trinkwasser aus der Leitung, betonen die Wassermeister. Immerhin werden in dem 6000-Seelen-Dorf im Jahresmittel rund 300 000 Liter Trinkwasser täglich verbraucht, zu Spitzenzeiten auch mehr als das Doppelte.

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