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Bei den Burgfestspielen in Bad Vilbel wird es wegen Corona auch Änderungen beim Kinderprogramm geben. ARCHIVFOTO: PE

Neue Wege und Lösungen gefragt

Das Kinderprogramm der Burgfestspiele ist durch Corona sehr eingeschränkt. Vieles kann nicht wie geplant stattfinden, es müssen andere Wege und Lösungen gefunden werden.

Wie das Kinder- und Schulprogramm der Burgfestspiele in dieser Saison im Detail ablaufen wird und wann die Aufführungen starten, das ist noch nicht bekannt. »Wir wissen erst kurzfristig, wie stark wir die Zuschauerränge besetzen können. Ansonsten sind wir aber vorbereitet«, erklärt Dramaturgin Ruth Schröfel. »Ich bin mir sicher, dass wir diese Saison keine Schulklassen zu Besuch haben werden. Die sind momentan genug damit beschäftigt, ihren Unterricht durchzubekommen. Da wird ein Theaterbesuch aktuell nicht so wichtig sein.« Schröfel zeigt sich aber optimistisch, dass Familien mit ihren Kindern in den Sommerferien in die Burg kommen werden.

Die alljährliche Kinderoper muss dieses Jahr ausfallen. Die ursprünglich geplanten »Hoffmanns Erzählungen« mussten der Corona-Pandemie weichen. Aufgrund des Operngesangs und dem einzuhaltenden Abstand auf der Bühne ist es nicht möglich, die Stücke zu proben. Das Schauspiel »Das Dschungelbuch« und das Musical »Die unendliche Geschichte« sollen dennoch zur Aufführung kommen.

Online-Angebote und Theaterrallye

In Zeiten vor Corona würden Theaterpädagogen die Schulklassen im Vorfeld besuchen und die Kinder auf die Stücke vorbereiten. »Dort können bereits Fragen beantwortet werden oder die Kinder für bestimmte Themen in den Stücken sensibilisiert werden«, erklärt Schröfel. Dies muss dieses Jahr ebenfalls ausfallen. Kooperationen würden nur vereinzelt mit Schulen stattfinden, mit denen schon sehr lange gearbeitet werde. Diese würden teilweise auch digital per Zoom-Meeting stattfinden. Dies sei zwar eine gute Alternative, aber kein Ersatz für persönliche Begegnungen.

Als zusätzliches Angebot hatte Theaterpädagogin Regina Fichtner-Haben für die Osterferien eine digitale Theaterrallye für Kinder ab sechs Jahren erstellt. Diese gibt es online auf der Webseite der Burgfestspiele zum Herunterladen. Gewinnen kann man Freikarten oder Gutscheine für Getränke und Eis. Einsendeschluss ist der 18. April. »Damit versuchen wir, einen Ersatz für die ausgefallenen persönlichen Begegnungen von Kindern und Pädagogen zu bieten. Die Kinder sollen dadurch ans Theater herangeführt werden«, beschreibt Schröfel. Man könne in der derzeitigen Situation nicht über bestimmte Werte und Themen in den Stücken sprechen. In »Die unendliche Geschichte« gehe es zum Beispiel um Freundschaft. Fragen dazu können aktuell nur schwer geklärt werden.

Dass die Kinder durch die Pandemie von der Kultur abgehängt werden, bezweifelt die Dramaturgin. Der kollektive Besuch eines Theaterstücks fehle zwar, und dadurch würden auch Anregungen für die eigene Fantasie verloren gehen. Da die Pandemie aber nicht Ewigkeiten anhalten werde, ließe sich die ausgefallene Zeit hinterher gut kompensieren.

Schade findet sie, dass es pandemiebedingt keine Autogrammstunden mit den Darstellern geben wird. »Das kommt bei den Kindern immer sehr gut an. Die freuen sich dann immer, dass sie ihre Helden und Heldinnen aus Büchern und dem Fernsehen in echt gesehen haben.«

Besucher sind diszipliniert

2020 hat es in der Wasserburg bereits Wegemarkierungen und ein Stop-and-Go-System an den Toiletten gegeben, wodurch Begegnungen vermieden werden sollten. Die Gastronomie wurde entzerrt und das Masketragen außerhalb des eigenen Platzes war Pflicht. Diese Maßnahmen wird es auch dieses Jahr wieder geben. Trotz aller Maßnahmen ist es den Machern ein Anliegen, die Aufführungen festspielgemäß und »so normal wie möglich« anzubieten. Schröfel zeigt sich optimistisch. 2020 hätten sich die Besucher sehr diszipliniert an alle Maßnahmen gehalten.

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