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In schöner Tradition bereitet Willi Liebert vom Gesangverein Liederkranz die Äpfel im hölzernen Häcksler fürs Pressen vor.

Natürlich, lecker und gesund

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Langenhain-Ziegenberg(hau). Längst hat sich das Mostfest des Gesangvereins Liederkranz in der Zusammenschau mit der Obstsortenausstellung des örtlichen Arbeitskreises Naturschutz einen festen Platz im Veranstaltungskalender erobert. Immer am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, kommen Gäste aus nah und fern am Dorfgemeinschaftshaus zusammen, um frisch hergestellte Köstlichkeiten auszuprobieren, sich über Rezepte, Obstsorten, Baumpflege, Ernte, das Klima oder Gott und die Welt zu unterhalten.

Dieses Mal war es nicht so sonnig wie gewohnt, sodass einige Gäste den hübsch hergerichteten Freiluftsitzplätzen eine geschützte Variante im DGH vorzogen. Hier wie dort schmeckten die selbst hergestellten Kartoffelpuffer oder Apfelküchlein mit Apfelmus, Kartoffelsuppe, Kuchen aus heimischen Herden und natürlich der frisch gepresste Most aus Äpfeln von Langenhainer Streuobstwiesen hervorragend. An Häcksler und Kelter legte sich Willi Liebert mit seinen Weggefährten vom Liederkranz nach Leibeskräften ins Zeug. Auch für zu Hause ging so mancher Liter Süßer mit, dazu selbst gemachte Marmelade, Handarbeiten oder Raritäten vom angeschlossenen Flohmarkt.

Tipps für Besucher

Über Hochbetrieb bei seiner Obstsortenausstellung freute sich auch der örtliche Arbeitskreis Naturschutz. Rund 120 Apfel- und 30 Birnensorten, dazu Speierlinge, Mispeln oder Quitten hatte Klaus Spieler zusammengetragen. Neben dem Dorheimer oder dem Langenhainer Streifling, dem Langenhainer Zitronenapfel, Renetten, Boskoops und Parmänen gaben sich so klangvolle Sorten wie "Roter Mond", "Gelber Richard" oder "Sternapi" ein illustres Stelldichein - eine duftende Schau, die an Wochenende übrigens auch beim BUND in Rosbach-Rodheim noch einmal zu bewundern war.

Er habe heuer höchstens 20 Prozent des durchschnittlichen Apfelertrages, erzählte ein Gast aus Ober-Mörlen. Dass bei offensichtlich geschwächten Bäumen viele Äste unter der Last der Früchte frühzeitig brachen, führte er auf die trockenen Sommer zurück. Spieler berichtete von nur rund fünf bis zehn Prozent auf den lokalen Baumstücken und hatte neben der natürlichen Alternanz auch Krankheiten wie den Feuerbrand vor allem an Quitte, Speierling und Birne ausgemacht. Spannendes Wissen zu alten Obstsorten, zu natürlichen Zusammenhängen, zu Geschmack, Vitamingehalt oder zur Sortenwahl für den eigenen Garten wurde den Besuchern im Gespräch und via reich bebilderter Bücher und Flyer geboten.

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