Foto aus coronafreien Tagen: Das Organisations-Team und Helfer bereiten jährlich das Festival "Rock den Acker" vor. Dieses Jahr fällt es der Corona-Pandemie zum Opfer.
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Foto aus coronafreien Tagen: Das Organisations-Team und Helfer bereiten jährlich das Festival »Rock den Acker« vor. Dieses Jahr fällt es der Corona-Pandemie zum Opfer.

Corona-Pandemie

Nächste Veranstaltung verschoben: »Rock den Acker« erst 2021

  • vonGeorgia Lori
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Die nächste Veranstaltung in der Wetterau ist abgesagt: "Rock den Acker". Das beliebte Rock- und Metal-Festival in Erbstadt fällt der Corona-Pandemie zum Opfer. Doch es gibt auch gute Nachrichten.

Nidderau - Eine positive Aussage trifft Organisator Jens Seifried gleich zu Beginn des Gesprächs: »Die Tickets der Besucher behalten ihre Gültigkeit«, sagt er. Auch das Datum für »Rock den Acker« nächstes Jahr steht fest. Es ist mit dem 22. und 23. Mai das gleiche Datum wie 2020, nur ein Jahr später. Die bisherigen Kosten sind laut Seifried relativ gering. Sie betreffen Werbemaßnahmen und »gewisse Druckprodukte, die bereits gefertigt wurden«.

Die Hoffnung, dass die Veranstaltung stattfinden könne, habe sich von Tag zu Tag verringert. Das Problem sei die endgültige Absage oder das Verschieben des Festivals gewesen. Wenn ein Veranstalter dies aus eigenen Stücken entscheide, könnten eventuell Regressansprüche gestellt werden, klärt Seifried auf. Dementsprechend habe er auf eine Anordnung betreffend der Auslegung des Landes Hessen zum Charakter einer Großveranstaltung warten müssen, um eventuell rechtlichen Folgen aus dem Weg zu gehen. Entsprechend lange habe deshalb die Bekanntgabe der Absage gedauert, die auf der Webseite, über Instagram und Facebook veröffentlicht wurde.

»Rock den Acker« verschoben: Enttäuschung überwunden

»Die Enttäuschung war groß, aber die Resonanz, dass es die richtige Entscheidung war, überwog«, sagt Seifried. Er, sein Team und die Fans freuten sich auf nächstes Jahr, in dem umso wilder gefeiert werden solle.

Die bis zum 15. März dauernde Crowdfunding-Aktion sei beendet worden. Die Zielsumme von 2500 Euro sei überschritten worden. Gemeinnützige Vereine würden damit unterstützt. Das Geld habe einen Gegenwert, denn Getränkegutscheine oder gekaufte Plätze auf dem Campingplatz behielten ihre Gültigkeit.

Merchandising-Produkte wie Mützen, T-Shirts und Pullover würden schon gefertigt, um das beauftragte Unternehmen in der aktuellen Krise zu unterstützen. Im Moment werde darüber nachgedacht, wie durch das Crowdfunding erworbene T-Shirts kontaktlos an die Personen gebracht werden können.

Auch die Enttäuschung bei dem achtköpfigen ehrenamtlichen Organisationsteam sei groß. Die Planung für das Festival habe bereits im August begonnen. Bands, die sich beworben hatten, wurden in interner Abstimmung ausgewählt.

»Wir haben von 80 Prozent der Bands die Resonanz, dass sie auch 2021 wieder dabei sind. Unser Ziel ist, die Bands zu verpflichten. Doch terminliche Zusagen sind im Moment schwierig«, sagt Seifried. Eine Strategie für das Festival 2021 gebe es noch nicht. Alles aufs Eis legen wie das Crowdfunding könne man nicht, und es gelte auch, über Alternativen nachzudenken.

»Rock den Acker« verschoben: Idee - Kleines Indoor-Konzert

Seifried überlegt, ob es Ende des Jahres möglich sein könnte, eine kleinere Indoor-Veranstaltung zu organisieren. Die Vorbereitungszeit, um Bands auszuwählen, bleibe ihm erspart, da beabsichtigt sei, die für 2020 geplanten Bands wieder zu verpflichten. Diese Zeit wollten er und sein Team nutzen, um Dinge im Detail und in der Theorie zu verbessern.

Über spezielle Auflagen kann Seifried nur spekulieren. Zu den bereits bestehenden Auflagen könnten neue der Situation angepasste Hygienevorschriften hinzukommen.

»Atemschutzmasken sind schwierig, denn ich kann als Veranstalter nicht kontrollieren, dass jeder Besucher sie auch wirklich trägt«, sagt Seifried. Einschränkend seien die Masken auch beim Singen, Tanzen und Trinken.

Problemlos bei genügend Vorbereitungszeit sei die logistische Umsetzung von Handwaschbecken und Desinfektionsspendern. Seifried sieht es als Erleichterung, nun endlich Klarheit in der Sache zu haben.

Rund 700 Besucher kamen im vergangenen Jahr zum Festival nach Erbstadt. Damals spielten 18 Bands.

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