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In der Natur

Jetzt, im Frühsommer, zieht es viele Menschen wieder verstärkt hinaus in die Natur. Ein ausgedehnter Spaziergang im Wald, der Genuss von duftenden und bunt blühenden Blumen, das Plätschern von Wasser an einem Bach oder See - all diese Erlebnisse tun uns gut. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Aufenthalte in der Natur unseren Stresspegel massiv senken. Draußen fühlen wir uns lebendig.

Für Christen ist die Natur ein Ort der Gotteserfahrung. Wir glauben daran, dass Gott in seiner Schöpfung, also der Natur, gegenwärtig ist. Doch diese Schöpfung ist für uns nicht nur ein Gegenüber, sondern wir Menschen selbst sind ein Teil davon. Für unsere Vorfahren in archaischen Kulturen war die Natur nie eine Kulisse, sondern durch und durch beseelt und ein Spiegel des eigenen Daseins. Vielleicht würden Sie die Vorstellungen einer Seele in der Natur eher den indigenen Völkern Amerikas oder Afrikas zuordnen. Doch auch in der jüdisch-christlichen Geschichte finden sich Spuren von "ökologischer Spiritualität". Denken Sie nur an das Lob der Schöpfung in der Bibel oder an den heiligen Franziskus. Wir lesen auch an vielen Stellen von Menschen, die sich in die Natur begeben haben, um mit Gott in Verbindung zu kommen. Biblische Gottesbegegnung ereignet sich auf Bergen, in Wüsten, in den Elementen wie Feuer und Wind.

Gleich, wie Sie es nennen mögen. Ob Sie auf der Suche nach Gott sind oder nach sich selbst, ob Sie sich mit der Natur verbunden fühlen und sich auch selbst als ein Teil unserer Erde begreifen: Ich wünsche Ihnen Auszeiten in der Natur, zum Aufatmen und um mit Ihrer lebendigen Quelle in Verbindung zu kommen.

Juliane Glaum,

Gemeindereferentin in der katholischen Pfarrgruppe Ockstadt/Rosbach.

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