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ZUM NACHDENKEN

Muttertagspräsent

  • vonRedaktion
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»So, Sie pflegen ihre Mutter«, sagt der Arzt im Wetterauer Impfzentrum zu mir. Er prüft die Pflegakte. Dann geht’s weiter. Spritze rein und gut ist’s.

Meine Mutter war mein Leben lang für mich da. Die paar Stunden, die ich mir für ihre Unterstützung nehme, sind nur ein geringer Dank. Typisch Mutter eben: Selbst darin tut sie mir noch etwas Gutes.

Es gibt genug Gründe, Müttern dankbar zu sein. Corona, Homeoffice und Homeschooling haben Müttern und Vätern, besonders Alleinerziehenden, in den letzten Monaten alles abverlangt und die familiären Beziehungen hart auf die Probe gestellt. Vor den Lehrerinnen und Lehrern mit Kindern und Jugendlichen im Haushalt ziehe ich respektvoll den Hut: Sie meistern Distanzunterricht und Homeschooling zugleich.

Seit vergangenem Jahr stehen plötzlich die hilfreichen Omas und Opas als Unterstützung nicht mehr zur Verfügung.

Mein besonderer Dank und Respekt gilt all den Pflege- und Adoptiveltern, die häufig bis an ihre körperlichen und psychischen Grenzen gehen für Kinder, die sie nicht geboren haben und die sie annehmen, wie die eigenen.

Oft denke ich an einen leukämiekranken Jungen aus meinen Gemeinden und an die Pflegemutter und ihre Angehörigen, die für seine Überlebenschancen kämpfen.

Danke für all eure Liebe und euren Einsatz, liebe Mütter und Erziehende!

»Meine Mutter«, sagt Gott, »ist meine schönste Erfindung« (M. Quoist) und Jesaja 66, 13: »Ich will euch trösten, wie eine Mutter ihr Kind tröstet.« Gott schätzt Mütter und elterlich Erziehende. Sie anzunehmen, ihr Bemühen wertzuschätzen und ihre Grenzen zu respektieren, das ist aktuell dran. Sie sind systemrelevant, ihnen gehört höchste Impfpriorität. Das wäre mal ein angemessenes Muttertagspräsent.

Pfr. Uwe Wagner-Schwalbe , stellvertretender Dekan,

ev. Kirchengemeinden Münzenberg und Trais

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