+

ZUM NACHDENKEN

Mutige Frauen

  • vonRedaktion
    schließen

Gerade hat sie etwas Bedeutsames getan. Aber das sieht nicht jeder so. Mutig hatte die Frau kostbares Öl genommen, war zu Jesus gegangen und hat ihm die Füße damit gesalbt. Simon, bei dem Jesus zu Gast ist, findet es unangemessen, dass die Frau in seinem Haus auftaucht. Denn schließlich war das eine Frau, von der alle wussten, wie sündhaft sie lebte. Das gehörte sich nicht.

An diesem Sonntag ist der Internationale Frauentag. Und ich denke dabei an die Frau aus dem Lukas-Evangelium. Ich wette, dass Frauen sich gut vorstellen können, wie sie sich gefühlt haben muss.

Viele von uns versuchen sich mutig dort einzubringen, wo sie viele Jahre lang eigentlich lieber nicht gesehen wurden. Viele von uns kostet das eine ganze Menge. Und viele von uns tun das, was sie tun, mit Hingabe und Liebe.

Und trotzdem gibt es da noch Gegenstimmen, wie die von Simon: Mutig in ein berufliches Feld eingedrungen, das lange nur von Männern dominiert war? Die Kinder zu Hause werden es ausbaden müssen.

Voller Hingabe für die Kinder da? Ganz schön faul und unproduktiv für die Gesellschaft.

Mit hohem Krafteinsatz versuchen, pflegebedürftige Eltern, Partnerschaft und Job zu vereinen? Da bekommt ja keiner genug.

Ich verstehe gut, wie sich die Frau fühlt. Und deswegen finde ich es großartig, wie Jesus reagiert. »So etwas gehört sich doch nicht!« Lässt er nicht gelten. Für ihn ist wichtig, mit wie viel Hingabe, Mut und Glaube diese Frau ihm begegnet. Den Blick durch die Augen Jesu wünsche ich mir zu diesem Internationalen Frauentag. Sehen wir uns selbst nicht durch das, was so viele unvereinbare Konventionen uns zuschreiben. Sehen wir uns lieber im hingebungsvollen Einsatz für das, was für uns alle, Frauen und Männer, am bedeutsamsten ist.

Pfarrerin Nadia Burgdorf

Kirchengemeinde Karben-Rendel

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare