Klingender Adventskalender: Mit Abstand lauschen die Zuhörer dem Spiel des Querflötenquartetts, das bei geöffneten Fenstern im Saal spielt. FOTOS: LOD
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Klingender Adventskalender: Mit Abstand lauschen die Zuhörer dem Spiel des Querflötenquartetts, das bei geöffneten Fenstern im Saal spielt. FOTOS: LOD

Musik aus offenen Fenstern

  • vonHarald Schuchardt
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Nicht nur die Weihnachtsmärkte, auch Konzerte und gemeinsames Singen fehlen vielen Menschen in diesem Jahr. Dem will die Musikschule Friedberg mit einem klingenden Adventskalender entgegentreten - natürlich unter Beachtung der aktuellen Corona-Regeln.

Zahlreiche Menschen standen am Montagabend vor dem Alten Rathaus auf der Kaiserstraße, in der sich die Räume der Musikschule Friedberg befinden. Sie schauten auf das festlich illuminierte Gebäude. Ansonsten sahen sie nur die geöffneten Fenster des einstigen Sitzungssaals.

Dafür hörten sie um so mehr. Im Saal spielte ein Ensemble aus der Flötenklasse von Sabine Dreier vorweihnachtliche Melodien unter anderem aus England und Frankreich. Es war dies der Auftakt des "klingenden Adventskalenders" der Musikschule, der bis einschließlich 23. Dezember jeden Abend um17.30 Uhr erklingen wird.

"Wir wollen in dieser besonderen Zeit ein Zeichen setzen", erklärte Musikschulleiter Bert Jonas in seiner kurzen Begrüßung aus einem der Fenster heraus hinunter zu den Zuhörern. Dass alle Bert Jonas und anschließend das Spiel von Greta Skalitz, Jan Neehuis, Kilian Rüb und Sabine Dreier sehr gut hören konnten, war der Anlage von Horst Weber zu verdanken. Für Weber ist es der dritte Auftrag der Musikschule seit Ausbruch der Pandemie - und auch fast der einzige für seine Firma Eurosound.

Auf Fensterhöhe durch Bühne

Im Saal war eine Bühne aufgebaut worden, damit die Musiker höher stehen, sozusagen auf Fensterhöhe. Dass das Ensemble nicht zu sehen war, störte die Zuhörer überhaupt nicht. "Es ist schön, dass es so etwas überhaupt gibt" sagte der Friedberger Helmut Koller und Ehefrau Traudl freute sich über die tolle vorweihnachtliche Beleuchtung des Alten Rathauses, aber auch in der ganzen Innenstadt: "Die Stadt lässt sich was einfallen. Das ist gut".

"Der Spaß an der Freude geht nicht verloren", meinte Eva-Maria Hoos, während das Flötenquartett "In der Weihnachtsbäckerei" spielte. Unaufgefordert sangen einige Besucher schon mit. Lauter wurde es beim Finale mit den bekannten Weihnachtsliedern "Lass uns froh und munter sein", sowie "Alle Jahre wieder".

"Sie dürfen mitsingen, sie sind ja im Freien", meinte Dreier, die durch das gut 20-minütige Konzert führte. "Das hat mein Herz erwärmt", meinte Peter Mahla, der am 22. Dezember selbst zu den Akteuren gehören wird.

Der Percussionist wird dann zusammen mit anderen Akteuren internationale Weihnachtslieder spielen. "Es ist toll, wie vielseitig die Musik ist", meinte Gisela Rausch nach dem Konzert. Da zeigte sich das Quartett kurz an den Fenstern und es gab einen letzten kräftigen Beifall. ""Wenn ich Zeit habe, werde ich sicher öfters herkommen," meinte Rausch und auch Bert Jonas war mit der Resonanz zum Auftakt des klingenden Adventskalenders mehr als zufrieden. Abschließend wies er noch auf das große Finale am Heiligen Abend um 11 Uhr hin.

Da lädt der Musikschulleiter zum "Offenen Singen" vor dem Alten Rathaus ein, natürlich im Freien und mit dem entsprechenden Abstand. "Einmal in der Adventszeit gemeinsam singen, das ist machbar", sagte Jonas.

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