Wort und Musik: Siegward Roth (l.) und Berthold Schäfer.
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Wort und Musik: Siegward Roth (l.) und Berthold Schäfer.

Die Zweisprachigkeit der Oberhessen

  • vonred Redaktion
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Münzenberg(pm). Anlässlich des Stadtjubiläums zum 775-Jährigen hatte der Freundeskreis Burg und Stadt Münzenberg Siegward Roth und Berthold Schäfer von der früheren Mundartgruppe Fäägmeel kürzlich ins Bürgerhaus Gambach eingeladen. Im gemäß der Corona-Vorgaben besetzten Haus zeigten die beiden eine Spiel- bzw. Lesefreude, dass es das Publikum nahezu von den Sitzen riss.

Zu Beginn des Konzerts erinnerte Vorsitzender Uwe Müller an den grandiosen Auftritt von Fäägmeel im Sommer 1997 vor über 1000 Zuschauern auf der Burg. Zwei der im Vereinsarchiv bewahrten Originalplakate überreichte er den sichtlich überraschten Musikern.

Beide Künstler gestalteten das Programm abwechselnd. Roth war für die sprachliche, "musiklose" Darstellung des mittelhessischen Dialekts zuständig. Er wies zunächst darauf hin, dass das Jahr 2019 von den Vereinten Nationen zum internationalen Jahr der indigenen Sprachen ausgerufen wurde, was die Zuhörer zunächst nicht verstanden. Mit erfrischenden Erklärungen spannte Roth den Bogen zum mittelhessischen Dialekt, der für ihn die wahre Zweisprachigkeit der Oberhessen ausmache. Kurz unterbrochen von hochdeutschen Lyrikeinsprengseln aus seinem neuen Buch "Lichtes Dunkel" stellte er die Feinheiten des mittelhessischen Dialekts dar.

Wiedersehen im Februar

Schäfer zeichnete verantwortlich für den musikalischen Teil und zeigte mit virtuosem Gitarrenspiel und den alten, aber immer noch aktuellen Liedern der Gruppe Fäägmeel dem Auditorium so viel Spielfreude, dass der Funke sofort übersprang. Lieder wie "De Gaastebock", "Die Äcker", "Schnobbe un Houste", "Die Buuhne" und natürlich "Die Rure-Roiwe-Robbmaschin" begeisterten die Zuhörer aus nah und fern. Nicht nur Heiteres, auch Besinnliches drückten die Lieder aus, wie der Refrain von "Bont un narrich" zeigt: "Un des Leawe eas bont un so narrich, es stürmt aafach so vir sich hie, es nimmt un es hebt dich, es streichelt un trät dich, un dann leßt dich’s aafach so irgendwu stieh."

Mit stehenden Ovationen verabschiedete sich das Publikum von Roth und Schäfer. Das Versprechen, im Februar mit der Nachfolgegruppe von Fäägmeel - Meelstaa - ins Bürgerhaus nach Gambach zu kommen, sorgte schon jetzt für Vorfreude. FOTO: PV

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