Jeden Tag wird am Chanukka-Leuchter ein Licht mehr angezündet, bis am Ende alle acht brennen. Die Erdnüsse kommen beim traditionellen Dreidel-Spiel zum Einsatz. FOTO: PETER NOSS
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Jeden Tag wird am Chanukka-Leuchter ein Licht mehr angezündet, bis am Ende alle acht brennen. Die Erdnüsse kommen beim traditionellen Dreidel-Spiel zum Einsatz. FOTO: PETER NOSS

Das Wunder von Chanukka

  • vonred Redaktion
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Münzenberg(pm). "Nes Gadol Haja Scham. - Ein großes Wunder geschah dort." Für diese Worte stehen die Buchstaben "Nun", "Gimel", "He" und "Schin" des jüdischen Alphabets auf dem Dreidel. Das Wort für den kleinen vierseitigen Kreisel bedeutet so viel wie "sich umdrehen". Mit dem Dreidel wird an das Chanukkawunder erinnert und in fast jeder jüdischen Familie zum Lichterfest gespielt.

Am vergangenen Sonntag konnten die Teilnehmenden beim Workshop "Chanukka und Advent" des evangelischen Dekanats Wetterau und der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Wetterau dieses Spiel kennenlernen. Da nur wenige Personen vor Ort dabei sein konnten, wurde der Workshop aus der Alten Synagoge in Münzenberg ins Internet übertragen. Referentin Andrea Setzer-Blonski erklärte zunächst, dass das jüdische Fest Chanukka, das vom 10. bis 18. Dezember gefeiert wird, an die Wiedereinweihung des Jüdischen Tempels im Jahr 3597 (164 v. Chr.) erinnert. Beim Aufstand der Makkabäer wurde der dort aufgestellt Zeus-Altar entfernt und der siebenarmige Monora-Leuchter aufgestellt. Er sollte nie wieder erlöschen. Das dazu notwendige Öl musste zunächst hergestellt werden. Der Vorrat reichte eigentlich nur noch für einen Tag aus, überstand aber insgesamt acht Tage: ein Wunder, an das durch den acht- bzw. neunarmigen Chanukka-Leuchter noch heute erinnert wird. Vor Ort und zu Hause vor den Bildschirmen wurde beim Workshop getanzt, gelacht und gespielt. Wie am Adventskranz machen die Kerzen des Chanukka-Leuchters die dunklen Tage angenehm. Manfred de Vries von der jüdischen Gemeinde Bad Nauheim hatte für den zweiten Teil der Veranstaltung, der draußen vor der ehemaligen Synagoge stattfand, einen großen Chanukka-Leuchter mitgebracht.

Beim Anzünden der Kerzen sang er eines der traditionellen Lieder. Er machte darauf aufmerksam, dass mit diesem Fest auch ein wichtiges Zeichen für Religionsfreiheit gesetzt werde. Toleranz und gegenseitige Akzeptanz seien wichtige Grundpfeiler des Miteinanders. Ähnlich betonten auch Pfarrer Uwe Wagner-Schwalbe und Pfarrer Dr. Gregor Waclawiak die Notwendigkeit der gegenseitigen Wahrnehmung und Anerkennung. Münzenbergs Bürgermeisterin Isabell Tammer brachte den Wunsch zum Ausdruck, dass noch mehr und deutlichere Zeichen gegen Antisemitismus, Judenfeindlichkeit und Verschwörungstheorien gesetzt werden müssten. Der Organisator der Veranstaltung, Pfarrer Dr. Peter Noss, dankte den Teilnehmenden vor Ort und zu Hause im Namen des Dekanats und der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit für ihren Einsatz.

Der Stream der Veranstaltung ist auf der Internetseite des Dekanats zu sehen, außerdem gibt es die Chance, eins von 20 Dreidel-Spiel-Sets zu gewinnen unter www.wetterau-evangelisch.de.

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