Weg von anfälligen Monokulturen und hin zu widerstandsfähigen Mischwäldern: Im Münzenberger Wald sind für kommendes Frühjahr Neuanpflanzungen mit 12 000 Stieleichen-und Lärchensetzlingen geplant. FOTO: PM
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Weg von anfälligen Monokulturen und hin zu widerstandsfähigen Mischwäldern: Im Münzenberger Wald sind für kommendes Frühjahr Neuanpflanzungen mit 12 000 Stieleichen-und Lärchensetzlingen geplant. FOTO: PM

Wald in Münzenberg im Umbruch

Klimaresistent, artenreich und nachhaltig

  • vonred Redaktion
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Auch wenn es dem Münzenberger Forst nach den Dürrejahren noch recht gut geht: Der Blick ist auf die Zukunft gerichtet und auf einen Wald, der kommenden Herausforderungen gerecht wird.

Das "grüne Wohnzimmer" Münzenbergs braucht Unterstützung, damit auch künftige Generationen die vielfältigen Funktionen der Waldflächen auf dem Stadtgebiet nutzen und genießen können, schreibt die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung.

"Neben den Profis wie Forstfachleuten und Jagdpächtern sind hierbei auch die vielen Waldbesucher aus der Bevölkerung gefragt", erklärt Bürgermeisterin Dr. Isabell Tammer.

Die vergangenen beiden Dürrejahre seien für den Wald Stress pur gewesen. Unmittelbare Folgen wie Borkenkäferbefall hielten sich aufgrund der wenigen Fichtenbestände in Grenzen. Der Münzenberger Wald stehe im Vergleich zu anderen Wäldern gut da, doch zukunftstauglich sei das bislang in Münzenberg umgesetzte Forstkonzept nicht mehr.

Naturschutz und Naherholung

Die Stadt Münzenberg als kommunale Waldbesitzerin hat daher das künftige Bewirtschaftungskonzept für den Stadtwald gemeinsam mit der Fürst zu Solms Lich’schen Forstverwaltung, die die Beförsterung übernommen hat, überarbeitet.

Ziel ist ein klimaresistenter, artenreicher Wald, der neben Naturschutz und Naherholung durch intelligente, nachhaltige Forstwirtschaft einen Gewinn in die Stadtkasse bringt.

12 000 Setzlinge für Frühjahr geplant

Erste Maßnahmen aus dem Zukunftskonzept werden im kommenden Frühjahr umfangreiche Pflanzmaßnahmen in der Abteilung 16a sein. Mit voraussichtlich etwa 12 000 Stieleichen- und Lärchensetzlingen startet dann dort die Zukunft des Münzenberger Stadtwaldes.

Doch die zarten Pflänzchen sind in Gefahr. Das junge Grün steht auf der Speisekarte des Rehwildes ganz oben. Der sogenannte Wildverbiss ist daher ein großes Hindernis für die angestrebte Walderneuerung.

Gatterbau zum Schutz der Pflanzen

Um den Waldumbau zu erreichen, arbeiten die Stadt Münzenberg als Waldbesitzerin und die mit der Bewirtschaftung beauftragte Fürst zu Solms’schen Forstverwaltung eng mit den anderen Waldnutzern, insbesondere den Jagdpächtern zusammen.

In der Abteilung 16a werden die Jagdpächter im kommenden Frühjahr wertvolle Unterstützung leisten durch den Bau eines Gatters um die neu angepflanzten Stieleichen- und Lärchensetzlinge zu schützen. "Das ist nicht selbstverständlich und dafür sind wir den Jägern sehr dankbar", so Bürgermeisterin Tammer.

Schützenhilfe von den Jägern

Doch das allein reiche nicht - schon gar nicht, wenn man die Zukunft des Münzenberger Stadtwaldes als Ganzes betrachte. Der Wald soll von der Jagd Schützenhilfe bekommen - und das ist durchaus wörtlich zu verstehen. Weil der Verbiss vor allem durch Rehe eines der Haupthindernisse für den angestrebten Umbau des Waldes weg von anfälligen Monokulturen hin zu widerstandsfähigen Mischwäldern ist, sollen Jäger mehr Rehe schießen.

Auf befestigten Wegen bleiben

Erfolgreich können die Jäger aber nur sein, wenn die Tiere entspannt und ungestört sind. Dann folgen sie den Wildwechseln und sind für Jäger zu finden. Gestresstes, verängstigtes Rehwild versteckt sich im Dickicht und bleibt für den Waidmann unsichtbar.

"Die Spaziergänger, Jogger, Radfahrer und Geocacher bitte ich daher: Bleiben Sie auf den befestigten Wegen und vermeiden Sie Waldbesuche in der Nacht oder während der Dämmerung", appelliert die Münzenberger Rathauschefin. "Das ist die einzige Möglichkeit, unseren Wald zu schonen und zu erhalten".

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