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Timo Kloos ist einer von fast 20 Teilnehmern der Müllsammelaktion in der Frankfurter Straße.

Müllsammler wieder fleißig

  • vonNiklas Mag
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Kein politisches Statement, einfach nur gemeinsam anpacken. Das ist dem Vilbeler Markus Preißler wichtig, wenn er zu Müllsammelaktionen aufruft. Auch bei der insgesamt dritten von ihm gestarteten Tour kamen viele Müllsäcke zusammen. Die Gemeinschaft der Müllsammler wird derweil immer größer.

Mehr als 20 Personen haben sich am Biwer-Kreisel vor dem Südbahnhof in Bad Vilbel zusammengefunden, verteilen Müllsäcke, Handschuhe und Greifer untereinander. Grund dafür ist der Aufruf von Markus Preißler. Zum dritten Mal hatte der Vilbeler dieser Tage zu einer gemeinsamen Müllsammelaktion aufgerufen.

»Ich würde sagen, wir treffen uns nach einer Stunde wieder hier. Das Wetter ist nicht gut und wir schauen dann mal, ob wir noch weitermachen«, sagt Preißler zu den Anwesenden, die in Kleingruppen vom Biwer-Kreisel aus in mehrere Richtungen ausschwärmen. »Ich habe im Vorfeld mit der Stadt gesprochen. Wir sollen ein Foto vom Ablageort schicken, dann sammeln sie den Müll auf«, erzählt der Initiator. »Ich finde es toll, wie motiviert alle sind«, freut er sich, während Timo Kloos fleißig kleine Papierstücke vom Boden der Frankfurter Straße aufsammelt und in einen Müllsack fallen lässt. »Ich wohne in Gronau, meine Freundin kommt nachher auch noch«, schildert er und sammelt mit dem Greifer weitere Papiertüten ein. »Ich habe in der Zeitung von den Sammelaktionen von Markus Preißler gelesen und da wir regelmäßig in Gronau Müll aufsammeln, hat es sich für uns angeboten, hier einfach mal mitzumachen.« Er habe bereits mit Markus Preißler gesprochen, eine der Aktionen in Zukunft vielleicht in dem Vilbeler Stadtteil zu organisieren. »Das würde sich lohnen, denke ich«, meint Kloos und hebt mit seinem Greifer einen Zigarettenstummel auf. »Das Problem haben wir in Gronau auch. Überall liegen Zigaretten herum, das ist wirklich schlimm.«

Viel Kleinteiliges auf den Straßen

Gerade diese entgehen oftmals den städtischen Kehrmaschinen und bleiben über lange Zeit ungesehen liegen. Auch Sabrina Eberlein hat sich einen Müllbeutel geschnappt und läuft mit gezieltem nach unten gerichtetem Blick durch die Frankfurter Straße. »Mir gefällt das Engagement total gut und ich hoffe, dass in Zukunft noch viel mehr Leute mitmachen. Einfach eine tolle Sache«, meint die Vilbelerin. Ihr gefalle gut, dass Markus Preißler über Facebook die Leute zum Müllsammeln animiere. Auf diese Weise würden auch mehr junge Leute davon erfahren. »Man wünscht sich ja, dass die Stadt genug Kapazität hat, um den Müll komplett zu beseitigen. Aber natürlich kann niemand täglich im gesamten Stadtgebiet den Müll komplett aufheben, gerade die kleinteiligen Sachen.« Durch Aktionen wie diese werde nach außen sichtbar, wie viel vor allem kleinteiliger Müll noch auf der Straße liegt. »Das macht den Leuten dann hoffentlich bewusst, wie viel Müll sie fallen lassen und führt dazu, dass sie nachdenken, was sie damit tun.«

»Plogging« im Fokus

Und diese dritte Sammelaktion war ein voller Erfolg. Einen ganzen Berg mit Müllsäcken hat die Gruppe am Schluss zusammengetragen. Vor wenigen Wochen berichtete diese Zeitung bereits über Markus Preißler.

Durch die Kombination aus Joggen und Müll sammeln - »Plogging« genannt - kam er auf die Idee, größere Aktionen zu organisieren. Dabei geht es dem Vilbeler nicht um Kritik an der Politik oder den Reinigungskräften der Stadt Bad Vilbel. »Ich sehe einfach immer, dass sich Leute in sozialen Netzwerken über alles mögliche beschweren, Fotos davon machen und meckern. Aber man kann auch einfach anpacken«, erklärt der Vilbeler.

Wann die nächste Müllsammelaktion startet, ist noch nicht bekannt. Markus Preißler wird rechtzeitig dazu auf Facebook in die Bad-Vilbel-Gruppen posten. Bereits bei den ersten beiden Sammelaktionen waren mehrere Müllsäcke zusammengekommen. Die Teilnehmerzahl hat sich vom zweiten zum dritten Mal fast verdoppelt.

Das Sammeln hat sich abermals gelohnt.
Markus Preißler ist Initiator der Aktion.

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