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Mord an Ayleen (✝14): Verdächtiger soll auch Schülerin in Bad Nauheim belästigt haben - Weitere Opfer?

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Die 14-jährige Ayleen aus Gottenheim ist tot. Die Gemeinde in Hessen trauert, Kerzen und Blumen wurden aufgestellt.
Trauer um Ayleen in Gottenheim: Die 14-Jährige ist tot – ihr Leichnam wurde in einem kleinen See in der Wetterau gefunden. © picture alliance / ROPI | Antonio Pisacreta

Der im Zusammenhang mit dem Tod der 14-jährigen Ayleen festgenommene 29-Jährige soll eine Schülerin in Bad Nauheim belästigt haben. Auch eine Anzeige wurde gestellt.

Eigentlich ist das Rosbacher Blütenfest eine Veranstaltung der Lebensfreude. Vom 22. bis zum 24. April wurde in diesem Rahmen erstmals nach zwei Jahren wieder ein Programm geboten mit Live-Musik, Buden und verschiedenen Fahrgeschäften. Eins davon war der »New Yorker«, bei dem nach einem Bericht der FAZ der mutmaßliche Mörder der 14-jährigen Ayleen aus dem südbadischen Gottenheim als Hilfsarbeiter tätig gewesen sei. Dort soll er eine 17-jährige Schülerin angesprochen haben, die er in der Folge über einen Messenger-Dienst zu einer Beziehung genötigt habe. Zudem soll er sie in den folgenden Tagen mehrfach auf einem Schulhof in Bad Nauheim aufgesucht und belästigt haben.

Die seit 21. Juli vermisste Ayleen aus dem Freiburger Raum war tot im Teufelsee bei Weckesheim gefunden worden. In diesem Zusammenhang wurde der 29-Jährige aus Waldsolms (Lahn-Dill-Kreis) unter dringendem Tatverdacht in U-Haft genommen. Nun wird vermutet, dass es auch in der hiesigen Region noch weitere Opfer gibt, die von ihm bedroht und bedrängt wurden.

Ayleen (✝14) tot in der Wetterau gefunden: Bedrohte Verdächtiger Mädchen in der Wetterau?

Im Fall der 17-Jährigen konnte die Polizei in Friedberg gestern bestätigen, dass am 2. Mai 2022 eine Anzeige wegen Nötigung bei ihr eingegangen sei. Tatzeit sei der 28. April gewesen, erklärte Pressesprecher Tobias Kremp. »Danach sind alle polizeilichen Maßnahmen eingeleitet worden.«

So gab es eine Gefährderansprache, also eine Aufforderung zur Abwehr einer möglichen Gefahr. Dabei handele es sich um eine gezielte Kontaktaufnahme, um dem Beschuldigten zu signalisieren, dass gegen ihn eine Anzeige vorliege. In dieser Form soll auch der Tatverdächtige angesprochen worden sein. Den Vorladungen zu einer Vernehmung sei der mutmaßliche Mörder jedoch nicht nachgekommen. Am 2. August hat die Friedberger Polizei diesen Fall deshalb an die Staatsanwaltschaft Gießen weiter geleitet.

Ayleen (✝14) tot in der Wetterau gefunden: Weiteres Ermittlungsverfahren gegen Verdächtigen

Der Lebenslauf des 29-Jährigen war den Kriminalbeamten in Friedberg bekannt. Wie Andreas Röhrig, Präsident des Landeskriminalamts Hessen, nach dem Mordfall verkündet hatte, habe er 2007 im Alter von 14 Jahren versucht, eine Elfjährige zu vergewaltigen. Anschließend sei er für zehn Jahre in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht und 2017 daraus entlassen worden. Danach habe er fünf Jahre unter Führungsaufsicht in einem Programm für rückfallgefährdete Sexualstraftäter gestanden. Dieses lief Ende Januar 2022 aus. Zum Tatzeitpunkt stand der Beschuldigte also nicht mehr unter Führungsaufsicht. Nach einem Bericht von Focus Online wollten die Behörden die Führungsaufsicht über den 29-Jährigen Anfang 2022 verlängern. Doch dieser klagte erfolgreich dagegen.

Unterschwellig wird nun in verschiedenen Medien der Vorwurf laut, dass die Anzeige der Nötigung in Friedberg zu langsam bearbeitet worden sei. »War die Polizei zu lasch?«, titelt gar die Bild.

Oberstaatsanwalt Thomas Hauburger aus Gießen ließ im Gespräch mit der WZ am Donnerstag nur verlauten, dass erst seit Dienstagnachmittag diese Strafanzeige gegen den Beschuldigten wegen des Verdachts der versuchten Nötigung vorliege. Zudem sei noch ein weiteres Ermittlungsverfahren wegen drei Ladendiebstählen am Laufen. Unter anderem handele es sich beim Diebesgut um Kaffee. Weitere Auskünfte könne man derzeit auch mit Blick auf die Ermittlungen im Fall Ayleen nicht geben, sagte Hauburger.(Michael Humboldt)

Auch Schlagerstar belästigt

Auch Schlagersängerin Annemarie Eilfeld ist dem mutmaßlichen Mörder übrigens schon mal begegnet, meldete gestern die »Bild«. Vor einem Auftritt am Potsdamer Platz .lauerte« der Tatverdächtige ihr auf und fragte nach einem Handyselfie. »Er war vorbereitet, hatte verschiedene Fotos von mir dabei, die ich unterschreiben sollte. »Er war ein unscheinbarer Typ, aber seine ganze Art war gruselig. Ich weiß noch genau, dass ich mich in seiner Nähe unwohl fühlte. Er rückte mir regelrecht auf die Pelle. Das war mir unheimlich«, erinnert sich die Sängerin, die sich natürlich gleichfalls schockiert zeigt über die grausame Tat.

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