agl_Mobilitaet2_010721_4c
+
Ob Auto, Bus oder Fahrrad: Das Thema Mobilität enthält viele Facetten. Ein Fachtag soll sich damit befassen.

Mobil in allen Facetten

  • VonPetra Ihm-Fahle
    schließen

Wer sich regelmäßig über Straßen, Schienen und Radwege bewegt, weiß: Mobilität spielt eine große Rolle im Leben. An der Frage, wie man die mobilen Angebote sinnvoll plant, hat sich im Bad Nauheimer Parlament eine Diskussion entfacht. Reicht ein Fachtag oder muss ein Arbeitskreis her?

Das Bad Nauheimer Parlament hat jüngst beschlossen, einen Fachtag Mobilität zu veranstalten. Dem voran ging eine längere Debatte, denn die FW/UWG hatte zunächst anstelle eines Fachtages einen Arbeitskreis Mobilität vorgeschlagen. »Mobilität ist ein wichtiger Faktor in unserer Welt«, stellte Fraktionsmitglied Markus Philipp fest. Es sei bedeutsam, für eines der bedeutsamsten Themen der nahen Zukunft gerüstet zu sein, die Sache sei aber zu komplex für den städtischen Bauausschuss.

Philipp hatte seinen Antrag auf den Radverkehr zugespitzt, da dies sehr wesentlich sei, es sollte aber um alle Sparten der Mobilität gehen. »Vertreter aus der Rathausverwaltung, die Radverkehrsbeauftragte, Vertreter des ADFC und aus den Fraktionen sollten dabei sein.« Ziel sei es, einen Maßnahmenkatalog zu erarbeiten, den der Bauausschuss beschließen müsse.

Manfred Jordis (CDU) stimmte zu, Mobilität sei etwas sehr Wichtiges. Die Kenia-Koalition aus CDU, Grünen und SPD sei offen, das Thema anzugehen. »Aber wir halten einen Arbeitskreis für den falschen Weg.« Im Antrag der FW/UWG gehe es fast nur um den Radverkehr, wie Jordis feststellte, Mobilität sei aber deutlich mehr als das.

Die Kenia-Koalition hatte daher den Änderungswunsch, den Magistrat damit zu beauftragen, einen Fahrradverkehrs-Fachtag zu veranstalten. Dazu solle die Stadt Experten einladen und die Beteiligung der Bürger sicherstellen. Die Ergebnisse sollten eine Grundlage für die Erarbeitung eines neuen Radverkehrskonzeptes bilden. Anschließend ergebe es Sinn, über die Einrichtung eines Arbeitskreises zu beraten, um sich mit der Erstellung des Konzepts zu befassen.

Sven Klausnitzer von der FDP sagte ebenfalls, dass sich der Antrag zu sehr auf das Fahrrad fokussiere. Die FDP stimme der Koalition zu, Klausnitzer plädierte aber für eine Überweisung in den Bauausschuss. FW/UWG-Mann Philipp warf Jordis nun vor, ihm nicht zugehört zu haben. »Ich habe deutlich gesagt, dass der Antrag radverkehrslastig ist und wir andere Aspekte der Mobilität mitberücksichtigen müssen. Zur Mobilität gehört mehr, beispielsweise auch Fußgänger.« Ein einzelner Tag reicht nach Ansicht Philipps keinesfalls aus. Er verwies auf einen Arbeitskreis in Bad Homburg, der acht Monate lang regelmäßig getagt habe.

Eine Frage der Reihenfolge

Katharina Brunkhorst (Grüne) sah es wie Jordis: »In einem Arbeitskreis diskutieren wir an den Bürgerinnen und Bürgern vorbei. Das ist nicht zielführend.« Eine Überweisung des Antrags lehnte die Koalition ab.

Benjamin Pizarro (FDP) konnte den Ansichten der Kenia-Partner folgen. Die Forderung nach einem Arbeitskreis Mobilität mit einem einzelnen Fachtag Radverkehr zu beantworten, fand er aber zu wenig. »Es lohnt sich, Mobilität in allen Facetten zu betrachten«, betonte er. Markus Theis (FW/UWG) erklärte: »Man darf die verschiedenen Verkehrsträger nicht isoliert betrachten.« Der Fahrradverkehr nehme viel Raum in dem Antrag ein, weil dies ein umweltfreundliches Verkehrsmittel sei. »Was die Entfernungen in Bad Nauheim angeht, hat das Fahrrad die Möglichkeit, den Autoverkehr etwas zu ersetzen.« Gleichwohl sei eine ganzheitliche Betrachtung wichtig. Gegen einen Impulstag hatte Theis nichts einzuwenden.

Wie Manfred Jordis anmerkte, schloss der Änderungsantrag nicht aus, einen Arbeitskreis zu gründen - aber am Ende und nicht am Anfang. Benjamin Pizarro schlug vor, den gewünschten Arbeitskreis für Mobilität einzurichten, als Grundlage aber zunächst einen Fachtag Fahrradverkehr zu veranstalten.

Sozialdemokrat Sinan Sert konnte die vielen Vorschläge letztlich zusammenführen, indem er einen Fachtag Mobilität anregte. »Dabei können wir die Ausrichtung eruieren und schauen, in welche Richtung es geht.« Dem stimmten alle zu, mit Ausnahme von sechs Stadtverordneten, die sich enthielten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare