Bei Christine und Achim Weidinger im Köpperner Kino gibt es ab sofort nicht nur Filme zu sehen, sondern auch selbst geschneiderte Baumwollmasken zu kaufen.
+
Bei Christine und Achim Weidinger im Köpperner Kino gibt es ab sofort nicht nur Filme zu sehen, sondern auch selbst geschneiderte Baumwollmasken zu kaufen.

»Mit dem Publikum hineinwachsen«

Friedrichsdorf-Köppern. Endlich wieder Filme auf der großen Leinwand anschauen: Im Filmtheater Friedrichsdorf-Köppern gab es am Montag nach Wochen wieder die erste Vorstellung - unter strengen Hygieneauflagen. Am heutigen Mittwoch um 20 Uhr beginnt der Streifen »Somewhere Else Together«.

Für alle Vorführungen gilt: Die Besucher müssen sich spätestens eine Stunde vor Beginn telefonisch anmelden. Wer einen Kinoplatz ergattert hat, muss die Karte 30 bis 20 Minuten vor Vorstellungsbeginn abholen. Außerdem müssen alle Gäste ein Formular mit Name, Anschrift und Telefonnummer ausfüllen. Der Kinobetreiber muss eine Gästeliste führen, für den Fall, dass eine Corona-Infektionskette zurückverfolgt werden muss. Außerdem muss der Kinogänger unterschreiben, dass er nicht an Covid-19-typischen Krankheitssymptomen leidet und auch nicht unter Quarantäne gestellt ist.

150 Plätze hat das Kino insgesamt. Wegen der Abstandsregeln dürfen aber nur 30 bis 40 davon in dem gut 300 Quadratmeter großen Saal besetzt werden. »Für eine Person müssen fünf Quadratmeter gerechnet werden«, erklärt Kinobesitzer Achim Weidinger. Und: »Ich mache einen Sitzplan, an den sich die Gäste halten müssen.« Daher gehe ohne telefonische Anmeldung nichts.

Im Kino-Schaukasten hängt ein Info-Blatt, auf dem erklärt wird, was zu beachten ist, unter anderem der Mindestabstand. Weidinger sagt: »Familien und Paare dürfen zusammensitzen. Je nachdem wie viele Familien kommen, dürfen dann mehr oder weniger Kinositze belegt werden.« Heilfroh ist er, dass sein Saal drei Gänge hat. So verteilen sich die Gäste, die zu ihren Sitzen unterwegs sind, gut.

Am Kino-Eingang stehen Desinfektionsmittelspender. Auf dem Boden kleben Abstandsmarkierungen. Wer eintritt, muss eine Maske tragen und sie im Gebäude auch aufbehalten. Im Kinosessel angekommen darf sie abgelegt werden, aber nur wenn der Abstand zu anderen Personen mindestens 1,50 Meter beträgt. »Der Saal wird automatisch durchlüftet, die ständige Versorgung mit Frischluft ist gewährleistet.«, erklärt Weidinger. Bevor der Film losgeht, werden die Informationen zu den Hygienevorschriften auch auf der Leinwand gezeigt. Nach der Vorstellung wird alles desinfiziert.

Übrigens: Wer seine Maske zu Hause vergessen hat oder sich eine neue kaufen möchte, der bekommt im Kino selbst genähte Baumwollmasken. Achim Weidingers Ehefrau Christine steht nämlich nicht nur öfters an der Kinokasse. Sie kann als gelernte Schneidermeisterin mit der Nähmaschine professionell umgehen.

Mit der Maskenherstellung angefangen hat Christine Weidinger etwa drei Wochen vor Ostern. »Meine älteste Tochter ist Lehrerin und brauchte eine Maske«, verrät die Näh-Expertin. Seitdem hat sie zahlreiche Verwandte mit Masken versorgt. Zudem hat sie für eine Gaststätte und ein Autohaus Masken genäht. »Insgesamt werden es jetzt 350 Masken gewesen sein«, schätzt sie.

Fürs kommende Wochenende plant Achim Weidinger zwei Vorstellungen täglich, eine am Nachmittag und eine am Abend. Reine Kinderfilme zeige er jedoch vorerst nicht. »Wir stellen uns vorsichtig auf die neue Situation ein und können nur mit unserem Publikum gemeinsam da hineinwachsen.«

Von Christiane Paiement-Gensrich

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare