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ZUM NACHDENKEN

Mit Kraft

  • vonRedaktion
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Kraft brauchen wir. Und genau daran mangelt es uns immer wieder. Die Kraft droht uns auszugehen, allemal in einer so langen Pandemiezeit. Die hohen Infektionszahlen und das Schneckentempo beim Impfen deuten an, dass wir noch sehr viel Kraft brauchen werden.

Vom wichtigsten Fest der Christen - das wir bekanntlich bis Pfingsten feiern - können wir sie erwarten. Daher vier österliche Gedanken zur Kraft:

Kraft gibt es an Ostern. Die frohe Osterbotschaft des Evangeliums berichtet davon - und zwar nicht einfach schön und blumig, sondern sehr elementar und handgreiflich. »Wer könnte uns den Stein vom Eingang des Grabes wegwälzen?«, frugen sich die drei Frauen auf dem Weg zum Grab Jesu. Und es kam ganz anders: »Doch sie sahen, dass der Stein schon weggewälzt war; er war sehr groß.« Das ist kraftvoll, das hat Kraft; ein großer Stein weggewälzt, damit etwas werden kann, damit Neues wird. Die frohe Botschaft des Osterevangeliums erinnert uns an die Kraft Gottes - er selbst ist Kraft, damit das Leben gelingt.

Kraft gibt es im Alltag. Wir alle haben Kraft, denn wir sind österliche Menschen. Wir müssen sie nur entdecken, zulassen, bündeln. Dann kommt sie zutage. Dann gelingt es uns, unsere Kraft für Schwache und Starke einzusetzen. Wir müssen dazu nur unsere Talente wirklich nutzen. Jede/r von uns ist etwas und kann etwas. Wenn wir das sehen und nehmen, dann bewegen wir etwas, auch große Brocken. Kraft haben einige in der Corona-Pandemie bereits bewiesen. In der Müdigkeit und Zähigkeit, die wir erleben, gibt es immer wieder Bürgermeisterinnen, Landräte, Schuldirektoren, die einfach vernünftig und nahe liegend entscheiden. Die kommen dann in die »Tagesthemen« und werden als etwas Besonderes dargestellt. Das, was nahe liegend und vernünftig ist, wird plötzlich zu etwas Besonderem.

Ich finde, das können wir alle. Wir alle gehören in die »Tagesthemen«.

Um Kraft beten wir immer wieder - schon längst, allein oder gemeinsam. Gott trauen wir die entscheidende Kraft zu. Schließlich hat er seinen Sohn nicht im Tod gelassen. Das kleine Gebet nach dem ›Vater unser‹ erinnert uns daran: »Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit - (und zwar) in Ewigkeit. Amen.« Wir beten es schon längst. Vier kleine, aber kraftvolle Anregungen für unser Leben - falls uns die Kraft auszugehen droht.

Pater Georg-D. Menke op ,

Pfarrer an der JVA Butzbach,

Dominikaner des Mainzer Klosters

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