Gar keine leichte Übung, doch der 18-jährige Paul schlägt sich gut. FOTOS: NIKLAS MAG
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Gar keine leichte Übung, doch der 18-jährige Paul schlägt sich gut. FOTOS: NIKLAS MAG

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Mehr als klassische Streifendienste

  • vonNiklas Mag
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Die Polizei braucht neue Auszubildende und hat deshalb am Mittwoch in Dortelweil einen Schnuppernachmittag angeboten. Zumindest in kleinem Rahmen, denn so konnten die Jugendlichen des SV Fun-Ball ihre Fähigkeiten beim Sporttest überprüfen und bekamen eine spannende Show mit Polizeihund Tarek präsentiert.

Es ist schon ein wenig anstrengend mit der Bürokratie, doch momentan nicht anders zu lösen. Die rund 20 Jugendlichen füllen für den SV Fun-Ball und die Polizei ein Dokument nach dem anderen aus, zwecks Corona-Bestimmungen und Bildrechten. Doch dann geht es endlich ans Eingemachte. Corina Weisbrod von der Polizei Mittelhessen begrüßt die Dortelweiler Jugendlichen: "Wir wollen euch heute zeigen, was es bei der Polizei für Aufgabenfelder gibt und eure Fragen beantworten", sagt sie.

Die Polizei benötige dringend Nachwuchs. Wer sich für den Polizeiberuf entscheidet, habe einen sicheren Job mit Beamtenstatus. "Der Beruf ist abwechslungsreich und verantwortungsvoll", sagt die Einstellungsberaterin.

In diesem Kontext geht Weisbrod auch kurz auf den aktuellen Fall von Polizeigewalt in Frankfurt ein. Sie habe das entsprechende Videomaterial nicht gesehen, doch wenn ein Polizist etwas falsch gemacht habe, müsse das entsprechend geahndet werden, kommentiert sie. Bevor Weisbrod den 16- bis 20-Jährigen die sportlichen Herausforderungen erklärt, stellt zuerst Michael Laupert seine Arbeit mit Polizeihund Tarek vor. Acht Jahre ist Tarek alt, lebt als Familienhund in Lauperts Familie, tritt jedoch jeden Tag mit ihm den Dienst an.

Computertest lässt viele scheitern

Einstellungsberater Christoph Paul Sahm mimt für die Präsentation den Ganoven, schießt mit einer Schreckschusswaffe in die Luft und wird von Tarek gleich lahmgelegt. Der Hund verbeißt sich im Armschutz, lässt sich von weiteren Schüssen nicht irritieren, ringt den Verbrecher mithilfe von Michael Laupert schließlich zu Boden und hört dabei auf jedes Kommando des Polizisten. "Ihr seht also, neben den klassischen Streifendiensten oder der Kriminalpolizei gibt es viele verschiedene Tätigkeiten, die ihr ausüben könnt", sagt Laupert.

Die Jugendlichen zeigen sich beeindruckt, doch steht nun der sportliche Teil an. Jeder neue Polizist muss eine Reihe von Aufgaben bestehen, darunter auch ein Sporttest, den die Dortelweiler nun ausprobieren dürfen. Während den Aufwärmübungen erzählt Sahm: "Die meisten scheitern beim Computertest. Bei der sportlichen Prüfung sind es nur knapp 15 Prozent, die nicht bestehen", weiß der Karriereberater.

Bei Dienstantritt müssen neue Polizisten 18 Jahre alt sein, da sie über den Führerschein verfügen müssen. Bewerben könne man sich jedoch schon früher. "Wir achten natürlich auch darauf, dass die Neueingestellten heimatnah eingesetzt werden. Niemand wird quer durch Hessen versetzt, es sei denn er oder sie will das." Doch sei es natürlich so, dass die Ballungsräume wie Frankfurt und Gießen den größten Bedarf an Mitarbeitern hätten.

750 neue Beamte werden eingestellt

"Wir wünschen uns mehr Bewerbungen. Im September werden etwa 750 neue Kollegen eingestellt", berichtet Sahm. Danach zeigt er den Achterlauf: Losrennen, kurz auf eine Kiste setzen, danach auf dem Bauch unter einem Hindernis durchrobben und noch eine Runde laufen. Das müsse für den Sporttest in einer gewissen Zeit absolviert werden. Der 18-jährige Paul probiert es aus und kann gute Zeitwerte vorweisen. "Ich weiß noch nicht, ob die Arbeit bei der Polizei etwas für mich ist. Aber die Arbeit des Hundeführers hat mich schon echt beeindruckt", sagt er.

Was erwartet Bewerber im Einstellungstest?

Ein Computertest, dann der Sporttest und es gibt Einzel- sowie Gruppengespräche.

Was wollen Jugendliche am häufigsten wissen?

Die meisten fragen, was man bei der Polizei genau macht und wie sie zur Polizei kommen. Viele rufen mich ganz unverbindlich an, um ihre Fragen beantwortet zu bekommen.

Welche Möglichkeiten gibt es, um in den Polizeiberuf einzusteigen?

Wir bieten sowohl Ausbildungen als auch ein duales Studium an. Dieses ist vom ersten Tag an bezahlt, bietet Fächer wie Kriminalistik und Psychologie und im praktischen Teil arbeiten die Studenten in den Dienststellen und lernen die Arbeit kennen.

Weitere Informationen sind online auf der Website www.karriere.polizei.hessen.de zu finden. nma

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