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Die Dr.-Erhard-Roth-Medaille ist erstmals verliehen worden. Sie geht an den Friedberger Kunstverein mit den Künstlern (v. l.) Simon Kneip, Marcel Pfeffer, Joachim Albert (Vorsitzender), Hannes Silber, Elias Behring und Yves Langsdorf (auch Vorstand).

Medaille für den Kunstverein

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Beim Friedberger Kunstverein war die Überraschung groß. Denn der Auftritt des Bingenheimer Projektraums "SechsEins" bei "Kunst in Licher Scheunen" am Wochenende war medaillenträchtig. Eine prominent besetzte Jury lobte die Schau der vier Künstler als "innovativ, jung und zeitgemäß".

Es war bereits die siebte Auflage von "Kunst in Licher Scheunen" und Tausende Besucher hatten am Samstag und Sonntag die große Schau zu einem Mekka für alle Kunstliebhaber in der Region gemacht. Auch wenn die Veranstalter, die Arbeitsgruppe "Fahr nach Lich", in diesem Jahr nicht auf allzu gutes Wetter zählen konnten, war auch die siebte Auflage des Kulturreigens ein voller Erfolg. Und mit 50 Veranstaltungsorten, an denen 70 Künstler ausstellten, waren es in diesem Jahr so viele wie nie zuvor. Zum zweiten Mal mit dabei war der Kunstverein Friedberg und bekam gleich eine Auszeichnung, die in diesem Jahr erstmals vergeben wurde: Die Dr.-Erhard-Roth-Medaille. Der Preis erinnert an seinen Namensgeber, der bis zu seinem frühen Tod im vergangenen Jahr Initiator und treibende Kraft hinter "Kunst in Licher Scheunen" war. "Dabei geht es weniger darum, einen Wettbewerb unter den Künstler zu befeuern, als einen der teilnehmenden Artisten ins öffentliche Interesse zu rücken", betonen Paul-Martin Lied und Karl Anton Koenigs vom Organisationsteam.

Der Projektraum "SechsEins"

Nur war der erste Preisträger der Medaille nicht ein Künstler, sondern gleich vier: Elias Bühring, Simon Kneip, Marcel Pfeffer und Hannes Siller haben mit ihren Arbeiten den Kunstverein Friedberg repräsentiert. Sie sind Initiatoren und Künstler des Bingenheimer Projektraums "SechsEins" und bedienten auf vielfältige und ideenreiche Weise die Bereiche Zeichnung, Malerei, Bildhauerei, Video und Installation. Der Projektraum "SechsEins" des Vereins Wetterausicht wiederum ist eine Ausstellungsfläche für zeitgenössische Kunst. Aus den vereinseigenen Ateliers, der Umgebung, und von überall her, können dort Werke präsentiert werden.

Die Werke der jungen Kreativen haben der Jury um HR-Moderator Holger Weinert, der Künstlerin und Kunsthistorikerin Claudia Seidel, Kunsttherapeutin Franziska Erb-Bibo, Oskar Mahler (Multiaktiver aus dem Frankfurter Bahnhofsviertel) und Jörg von Weiler vom Assenheimer Kunstverein bei ihrem Rundgang so gut gefallen, dass sie ihnen die Medaille zusprachen. Die Ausstellung des Friedberger Kunstvereins im Sitzungsaal des Rathauses sei "innovativ, jung und zeitgemäß", so die Begründung. Und: "Eine tolle Gemeinschaftsleistung."

"Was für eine Würdigung! Dann haben wir ja alles richtig gemacht", kommentierte Kurator Joachim Albert spontan als er von der Auszeichnung des Bingenheimer Künstlerkollektivs erfuhr. Sein Fazit als künstlerischen Leiter des Kulturvereins Friedberg: "Wir freuen uns sehr für die Jungs!" Und natürlich auch darüber, dass die junge, experimentelle und innovative Mischung spannender Positionen so gut ankam.

Erstmals war der Kunstverein Friedberg im Jahr 2017 mit Verena Freyschmidt und Lasse-Marc Riek bei "Kunst in Licher Scheunen" vertreten. Sie hatte eine begehbare Installation aus einem mit Klang- und Licht inszenierten Scherenschnitt präsentiert.

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