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Joachim und Brigitte Link sammeln weltweit

T-Shirt-Erinnerungen aus Hard-Rock-Cafés

  • VonAnne-Rose Dostalek
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Joachim und Brigitte Link aus Limeshain sammeln seit mehr als 20 Jahren T-Shirts der Hard-Rock- Cafés. Sie bringen sie von ihren Reisen rund um den Globus mit nach Hause.

Joachim Link macht eine weit ausholende Handbewegung. »Das hier sind unsere Hard-Rock-T-Shirts, etwa 80 werden es mittlerweile sein«, sagt der 63-Jährige. Auf dem Sofa liegen die Sammlerstücke ausgebreitet.

Viele von ihnen sind in dunklen gedeckten Farben gehalten, aber auch ein knallrotes und ein weißes sind dabei. Manche tragen nur den typischen Schriftzug »Hard Rock Café« vor dem kreisrunden Hintergrund, die meisten aber sind aufwendig bedruckt in einem dekorativen grafischen Muster aus Gitarren, Notenschlüsseln und anderen Symbolen der Rockwelt.

»Wir kaufen meistens die Sondermodelle«, erklärt Link, der eines seiner Lieblings-T-Shirts trägt. Eines der schlichten blauen, gut für den Alltag. Gekauft hat er es in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires. Jedes der rund 80 T-Shirts ist eine Erinnerung an eine Reise, eine Stadt und ein Hard-Rock-Café, von denen es derzeit weltweit etwa 160 gibt.

Sogar in Vietnam fündig geworden

»Das hier haben wir auf Zypern in Ayia Napa gekauft«, sagt Link und zieht ein schwarzes T-Shirt hervor, das mit einer Gitarre verziert ist. Richtig aufregend sei das gewesen, denn das Ziel ihrer Sehnsüchte, das Hard-Rock-Café mit Verkaufsshop, habe im griechischen Landesteil gelegen.

So seien sie mit einem Taxi auf abenteuerlichen Schleichwegen vom türkischen Teil, wo sie Urlaub machten, durch militärisches Sperrgebiet in den griechischen Teil gefahren, um dort zwei T-Shirts zu kaufen. Eines für ihn, eines für seine Frau.

Dass in ihre Hard-Rock-T-Shirt-Sammlung auch eines aus Vietnam ist, ist dem Zufall zu verdanken. »Unserem Taxifahrer in Saigon (Ho Chi Minh Stadt) gefiel mein T-Shirt, das ich trug. Wir kamen auf die Hard-Rock-Cafés zu sprechen und da erzählt er, dass es in Saigon ein solches gebe.

»Nein«, habe er gesagt, das könne nicht sein, das wüsste er sonst. »Doch, doch«, habe der Taxifahrer beharrt und sie hingefahren mitten ins Zentrum der Stadt, wo es tatsächlich (seit 2019) ein Hard-Rock-Café gibt.

Reise nach Japan vorerst abgesagt

Link war deswegen so erstaunt, weil er jede Reise akribisch vorbereitet und sich immer informiert, ob es ein Hard-Rock-Café gibt. »Ich bin Speditionskaufmann, da hat man das Organisieren im Blut«, sagt Link lächelnd, ein nüchtern wirkender Mann, schlank, Kurzhaarschnitt, Brille, Kaufmann, und viele Jahre selbstständig.

Jetzt ist er im gleitenden Übergang zum Ruhestand, denn sein Sohn hat das Geschäft übernommen. Gereist ist das Ehepaar immer schon gerne, und die Hard-Rock-Cafés stehen immer auf dem Zettel. Die nächste Reise soll nach Japan gehen, das steht schon fest.

»Ich habe sie schon durchorganisiert, hier in meinem Computer«, sagt Link mit leicht frustriertem Unterton. Doch der geplante Besuch des Hard-Rock-Cafés in Tokio muss warten, denn wegen der Corona-Pandemie ist die Japanreise verschoben.

Sammelleidenschaft und Reiselust

»Wir lieben die Atmosphäre in den Hard-Rock-Cafés, gehen hinein, bestellen uns einen Cocktail, schauen uns um, was ausgestellt wird. Oft sind es signierte Gitarren bekannter Rockstars und Bands, goldene Schallplatten, Original-Kleidungsstücke, Fotos«, erzählt Link. Außerdem werde immer die Musik gespielt, die er in seiner Jugendzeit angefangen habe zu lieben: Musik von Rock-Bands wie den Deep Purple, Uriah Heep, The Who, Status Quo, Kiss.

Angefangen habe das, als er Mitte der siebziger Jahre in Hamburg war, als junger Kerl, der seinen Wehrdienst beim Bund ableistete. Gerne sei er in das damalige Hard-Rock-Café an der Elbbrücke gegangen. Die Musik, die Atmosphäre, das alles habe ihn begeistert, und das sei geblieben bis heute. Nicht mehr mit derselben Intensität wie in den Jugendjahren, das gibt Link unumwunden zu. Aber geblieben sei der Spaß an der besonderen Atmosphäre der Hard-Rock-Cafés. Und irgendwann habe es begonnen, dass er und seine Frau sich die T-Shirts kauften.

Jetzt ergänzen sich Sammelleidenschaft und Reiselust, und so haben die Links aus den Großstädten der Welt - von Hamburg bis Wien, Budapest, Sydney , Singapur, Hongkong, Dubai ,Santa Domingo, Jamaika, New York, San Franzisko und Las Vegas - ihre Hard Rock T-Shirts mitgebracht. Und die Geschichten dazu.

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