Autokäufer stirbt nach Hebebühnen-Unfall

Limeshain-Hainchen (lk). Tragisches Unglück beim Reifenhändler: Eine beladene Hebebühne stürzt am Donnerstagvormittag auf einen Limeshainer. Der 30-Jährige wird schwer verletzt in eine Hanauer Klinik eingeliefert, wo er seinen Verletzungen erliegt.

Der Autokäufer hatte sich einen Wagen von unten anschauen wollen, weshalb ein Mitarbeiter der Werkstatt den Pkw auf die Hebebühne gestellt hatte, teilte die Polizei gestern mit. Ein Sachverständiger soll die Anlage nun überprüfen.

Noch ist unklar, wie es zu dem Unglück kommen konnte. Fest steht: Der 30-jährige Autokäufer aus Limeshain ist in einem Reifenhaus mit angebundener Werkstatt von einer Hebebühne samt Wagen eingeklemmt und schwer verletzt worden. Der Mann soll allein in dem Raum gewesen sein, als sich der Unfall ereignete. Ein Werkstattmitarbeiter habe einen Schlag gehört und sei zur Hebebühne geeilt, teilte Polizeipressesprecher Jörg Reinemer gestern mit. Ein Notarzt hatte den Limeshainer zunächst wiederbeleben können. Um 23.20 Uhr verstarb der Mann aber in einer Hanauer Klinik.

Ein Sachverständiger soll die Anlage nun auf ihre Sicherheit überprüfen. Ob anschließend ermittelt werde, hänge davon ab, was die Untersuchung des Fachmanns ergebe, sagte Reinemer.

Prüfpflicht für Hebebühnen

Hebebühnen unterliegen einer jährlichen Prüfpflicht, weiß Joachim Kuhn, Geschäftsführer beim hessischen Landesverband des Kraftfahrzeuggewerbes. Die sogenannte Sachkundeprüfung werde von Fachbetrieben oder anderen Sachkundigen, beispielsweise Mitarbeitern des TÜV, durchgeführt. "Betriebe sind verpflichtet, das in einem Prüfbuch nachzuweisen", sagt Kuhn. Ob die Anlage in der Werkstatt in Hainchen in einwandfreiem Zustand war, ist derzeit noch unklar. Der Betrieb bleibt aufgrund "firmeninterner Belange" bis kommenden Dienstag geschlossen, ist über den Anrufbeantworter des Unternehmens zu erfahren.

Es passiere sehr selten, dass Fahrzeuge von Hebebühnen fielen, sagt Kuhn. Bau, Wartung und Bedienung, alles sei genauestens festgelegt, um die Sicherheit der Anlagen zu gewährleisten. Dennoch rate der Landesverband Betrieben dazu, Kunden darauf hinzuweisen, dass Werkstätten nicht betreten werden dürfen. Ausnahmen würden bei Direktannahmen gelten. An speziellen Bühnen könne man dem Kunden das eine oder andere erläutern.

"Technik birgt ein Restrisiko"

Ralf Göthling, Pressesprecher vom TÜV Hessen, weiß um die Prüfpflicht für Hebebühnen. "Wenn man die ernst nimmt, sollte nichts passieren." Andererseits gebe es auch Autos mit TÜV-Plakette, die auseinanderfielen. "Technik birgt immer ein gewisses Restrisiko, aber es ist nicht normal, dass eine Hebebühne umstürzt", sagt Göthling.

Auch beim TÜV Hessen darf man unter die Hebebühne. "Wir laden unsere Kunden sogar dazu ein, den Prüfer zu begleiten." Autobesitzern könnten auf diesem Weg Mängel gezeigt werden, sagt Göthling und versichert: "Unsere Hebebühnen werden regelmäßig geprüft."

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