Lichter und Schicksale

  • VonRedaktion
    schließen

Bad Nauheim (pm). Eine Kerzenzeremonie der Frauenselbsthilfe Krebs (FSH), Gruppe Bad Nauheim, leitet den Brustkrebsmonat Oktober ein. Die Lichter haben einen traurigen Hintergrund, sie symbolisieren die Zahl der Frauen, die täglich in Deutschland an Brustkrebs sterben. In diesem Jahr brennen 51 Kerzen, im vergangenen Jahr waren es 48. Damit diese Frauen gerade in Corona-Zeiten nicht vergessen werden, gedenkt die Gruppe Bad Nauheim der FSH am Donnerstag, 14.

Oktober, um 18 Uhr in der Dankeskirche mit einer Andacht der vielen Einzelschicksale, die sich hinter der Zahl verbergen. Die ökumenische Andacht, die Frauen und Männer aller Konfessionen willkommen heißt, findet in Kooperation mit den evangelischen Frauen aus dem Dekanat Wetterau und der evangelischen Kirchengemeinde Bad Nauheim statt.

»Mit unserer Aktion, die nach der Lichtträgerin Lucia benannt ist, möchten wir das Thema Brustkrebs im wahrsten Sinne des Wortes ins Licht der Öffentlichkeit rücken«, erläutert Birgit Kalina, Leiterin der Gruppe Bad Nauheim. »Uns ist es zum Beispiel wichtig, dadurch gesunde Frauen für die Möglichkeiten der Krebsfrüherkennung zu sensibilisieren. Wer die Angebote regelmäßig wahrnimmt, hat bei einer Erkrankung deutlich bessere Chancen auf Heilung und erhält meist auch eine weniger aggressive Therapie.«

Monatliche Treffen in Bad Nauheim

Es gehe der FSH auch darum, »ein Licht auf die Lücken im Versorgungssystem zu werfen, die trotz des medizinischen Fortschritts bei der Behandlung von Brustkrebs vorhanden sind«, wie es in einer Pressemitteilung heißt. »Neuerkrankte fühlen sich nach der Entlassung aus dem Krankenhaus häufig völlig allein gelassen und wünschen sich insbesondere mehr psychologische Unterstützung«, sagt Kalina. »In unseren Gruppen versuchen wir, dieses Defizit unseres Gesundheitssystems abzumildern, indem wir die Betroffenen auffangen, informieren und begleiten.« Neben seelischer Unterstützung biete die Gruppe unter anderem praktische Hilfe an, etwa beim Umgang mit den Nebenwirkungen der verschiedenen Therapien oder beim Beantragen von sozialen Leistungen. Den Betroffenen stehe außerdem die Telefon-Beratung der FSH und das moderierte FSH-Forum im Internet zur Verfügung, um ihre Fragen stellen und Sorgen teilen zu können.

Frauen mit einer Krebserkrankung sind eingeladen, sich der Gruppe Bad Nauheim anzuschließen. Sie trifft sich am zweiten oder dritten Donnerstag im Monat um 18 Uhr in Bad Nauheim im Facharzt- und Servicezentrum am Hochwaldkrankenhaus. Die Treffen können unverbindlich besucht werden und sind kostenfrei. Ansprechpartnerinnen sind Birgit Kalina (Tel. 0 60 35/20 71 88) und Andrea Eiserloh (Tel. 0 60 43/90 61 31).

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare