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Das Kirchenschiff von St. Remigius bekommt eine neue Beschallungsanlage und einen neuen Farbanstrich. Die Elektriker haben am Montag mit ihrer Arbeit begonnen.

Lichtblicke für die Pfarrkirche

  • vonAnnette Hausmanns
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Die über 800 Jahre alte katholische Pfarrkirche von Ober-Mörlen zählt zu den Wahrzeichen des Dorfes. Das Leben in dem großen Kirchenschiff von St. Remigius pulsiert - und der Zahn der Zeit nagt am Interieur. Unter dem Motto »Lichtblicke« steht nun eine gründliche Innenrenovierung des Gotteshauses an.

Wechselbad in der katholischen Pfarrkirche St. Remigius: Am vergangenen Weißen Sonntag wurde noch die Erstkommunion gefeiert, am Montag übernahmen die Handwerker und Helfer. Bänke, Altäre und Orgeln wurden à la Christo in Plastikplanen verpackt, Gerüste errichtet, Werkzeugkoffer drapiert und Gottesdienst-Utensilien in den Bonifatiussaal geschleppt. »Dort werden wir in den nächsten Wochen Gottesdienst feiern«, berichtet Pfarrsekretärin Petra Fischer. Erschwert werde die Situation durch die Corona-Pandemie. Aber auch diese Herausforderung werde man in Absprache mit dem Bistum meistern.

Unterdessen legen im Kirchenschiff die Elektriker los. Sie klopfen Schlitze (eine ganz schön staubige Angelegenheit), schieben Rohre durch die Decke und bereiten alles für eine neue Beschallungsanlage, für WLAN-Verbindungen und Lichtspots zur akzentuierten Beleuchtung von Heiligenfiguren und Altären vor.

Kein Zuschuss vom Bistum

Am kommenden Montag rücken die Fensterputzer an. Alle Figuren werden entfernt und flächendeckend Schutzfolien ausgebreitet, damit am 3. Mai die Malermeister ans Werk gehen können. Bis zu sechs Wochen sind für die Malerarbeiten veranschlagt. »Wände und Decken werden in den vertrauten Pastellfarben angelegt«, erzählt Herbert König vom kirchlichen Verwaltungsrat und freut sich auf mehr Helligkeit im rußgeschwärzten Raum. Damit entspreche man den Auflagen des Denkmalschutzes. Die Farben korrespondierten mit dem Hochaltar. Der wurde, wie der komplette Innenraum des Kirchenschiffs, vor gut 30 Jahren intensiv restauriert. Damals sei der Raum zudem erheblich umgestaltet worden, Kommunionbänke und Kanzel kamen weg, ein neuer Altar rückte in die Mitte.

Rund drei Jahre habe man für das Millionenprojekt zu Zeiten von Pfarrer Reinbott gebraucht, erklärt König. Die derzeitigen Pläne fielen vergleichsweise bescheiden aus. »Gleichwohl kommen wir in der Summe auf etwa 100 000 Euro«, sagt König.

Man finanziere aus Rücklagen und Spenden und bringe so viel Eigenleistung ein wie möglich. »Das Bistum Mainz gibt keinerlei Zuschuss dazu, die Pfarrgemeinde muss die Geldmittel komplett selbst aufbringen.« Man hoffe deshalb auf helfende Hände und auf Spenden in jeder beliebigen Höhe für ein Projekt, das gerade in dunklen Pandemiezeiten helle Akzente setzen soll und sich deshalb »Lichtblicke« nennt.

Spendenkonto eingerichtet

Auf dem Plan steht parallel zum Anstrich des Kirchenraumes die Restaurierung bzw. Säuberung der sieben Heiligenfiguren. »Für die Bearbeitung der Figuren können auch Patenschaften übernommen werden«, ermuntern König und seine Weggefährten vom Verwaltungsrat, über eine derart individuelle Förderung nachzudenken.

Für die Restaurierung der Altäre reiche das Geld momentan leider nicht. Darauf spare man aber schon. Aktuell werden die Altäre gereinigt - und am Ende natürlich das komplette Kirchenschiff, damit es zum Kirchweihfest am 4. Juli in neuem Glanz erstrahlt.

Willkommen ist jede helfende Hand und auch Geldspende in beliebiger Höhe. Auch sachbezogene Spenden und Patenschaften - auf Wunsch mit namentlicher Nennung - für die Restaurierung der Figuren sind möglich. Wer mehr Infos braucht oder an einer Patenschaft interessiert ist, kann sich mit Petra Fischer im Pfarrbüro in Verbindung setzen (Spendenkonto bei der Volksbank Ober-Mörlen, Kontoinhaber: Kath. Kirchengemeinde St. Remigius, IBAN: DE31 5186 1806 0000 0007 79, Verwendung: »Lichtblicke«).

Rohre und Leitungen werden mitunter durch die Decke über den Dachboden geführt.

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