Dr. Heiko Schuck ist ein Fan der Hollarkapelle im Ockstädter Kirschenberg.	FOTOS: LONI SCHUCHARDT
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Dr. Heiko Schuck ist ein Fan der Hollarkapelle im Ockstädter Kirschenberg. FOTOS: LONI SCHUCHARDT

Mit Kultur die Kapelle fördern

  • vonHarald Schuchardt
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Die Hollarkapelle im Kirschenberg Ockstadt erinnert an den früheren Ort Hollar. Das Kleinod ist bei den Ockstädtern besonders beliebt. Dr. Heiko Schuck hat sogar einen Verein gegründet mit dem Ziel, die Kapelle zu erhalten und die Kultur an diesem Ort zu fördern.

H eiko Schuck geht jede Woche mehrmals zur Hollarkapelle im Kirschenberg - wenn es seine Zeit als Dozent an der Justus-Liebig-Universität in Gießen zulässt. »Beim Blick über Ockstadt nach Friedberg kann ich so richtig entspannen«, sagt der 35-Jährige und ergänzt: »Außerdem kann hier Fili herumtoben, wie er will. Das ist der kleine Hund des Doktors der Philosophie mit Schwerpunkt Pädagogik. Wie so viele Ockstädter kennt Schuck die Kapelle seit seiner Kindheit. Mit seinem Vater unternahm er viele Spaziergänge durch den Kirschenberg. Schuck erinnert sich: »Da sind wir jedes Mal an der Kapelle gewesen.«

Als Messdiener zog er alljährlich mit den Prozessionen zur Hollarkapelle, wo unter freiem Himmel Gottesdienst gefeiert wurde. Und nach dem Gottesdienst sagte Pfarrer Dr. Horst Gebhardt zu den Messdienern »Ihr dürft jetzt ziehen«. Gemeint war das Seil der Glocke, das auch heute noch im Kappellenraum herunter hängt. Als leichtgewichtiger junger Messdiener wurde nicht nur Schuck von dem Seil mit nach oben gezogen. »Das war ein Highlight«, erinnert sich der Ockstädter, den es auch in der Jugend und während seines Studiums immer wieder zur Hollarkapelle zog.

Verein erwartet 100. Mitglied

»Irgendwie gehört diese kleine Kapelle zu meinem Leben und das geht vielen Ockstädtern so«, sagt Heiko Schuck. Leider sei die Kapelle viele Jahre kaum noch öffentlich genutzt worden - von der alljährlichen Prozession und der Öffnung anlässlich der Kirschblütenwanderung abgesehen.

So reifte bei Schuck die Idee, sich für die Kapelle einzusetzen. Schnell fand er Gleichgesinnte, und so wurde Ende 2016 der Verein »Hollar-Kapellen-Kultur« gegründet. Die sieben Gründungsmitglieder blieben nicht lange unter sich.

»Wir erwarten in Kürze das 100. Mitglied« erzählt Schuck, der sich darüber freut, dass die Veranstaltungen des Vereins nicht nur von Ockstädtern sehr gut angenommen werden. Angeboten wurden bisher unter anderem ein Frühstück an der Kapelle, Filmnächte oder ein Tanz in den Mai.

»Wir wollen mit Kultur die Kapelle in Erinnerung bringen, das sollte sich im Vereinsnamen widerspiegeln«, sagt Schuck und freut sich auf die kommenden Veranstaltungen, wie den Bibelabend am 4. April, einem irischen Abend am 30. Mai oder dem ersten Hollarkapellen-Poetry-Slam am 3. Juli.

Ein erstes Ziel hat der Verein in Zusammenarbeit mit dem Pfarrgemeinde- und Pfarrverwaltungsrat bereits erreicht. Die nicht mehr zu sanierenden alten Bänke wurden durch neue in die Kapelle passende Stühle ersetzt.

Möglich wurde diese Anschaffung durch eine zweckgebundene Großspende einer Ockstädterin. »Diese Spende hat uns sehr gefreut, und sie zeigt einmal mehr die Verbundenheit der Ockstädter mit der Kapelle,« erläutert Schuck, der sich mit seinem Verein in diesem Jahr besonders der Außenanlage um die Kapelle herum widmen will.

»Wir wollen unter anderem einen Weg anlegen, damit auch Menschen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, die Kapelle leicht erreichen können.« Fernziel des Vereins sei die Anlage eines Amphitheaters hinter dem Kapelleneingang. Ein Modell dazu gibt es bereits, und erste Gespräche mit den Verantwortlichen wurden schon geführt.

»Ich wünsche mir für die Zukunft, dass viele Menschen herkommen, auch wenn die Kapelle geschlossen ist. Alleine für die Ruhe und den Ausblick lohnt es sich immer«, sagt Schuck, setzt sich auf die Bank und blickt Richtung Friedberg.

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