Die Zweitklässler der Sophie-Scholl-Schule werden seit einer Woche wieder im realen Klassenraum unterrichtet, der notwendige Sicherheitsabstand wird dabei eingehalten. FOTOS: CORINNA WEIGELT/PV
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Die Zweitklässler der Sophie-Scholl-Schule werden seit einer Woche wieder im realen Klassenraum unterrichtet, der notwendige Sicherheitsabstand wird dabei eingehalten. FOTOS: CORINNA WEIGELT/PV

Mit Kreativität gegen die Krise

  • vonCorinna Weigelt
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Sollte es irgendwann zu einem erneuten Lockdown kommen, ist die Sophie-Scholl-Schule in Bad Nauheim bestens vorbereitet. Zügig musste das Pädagogen-Team der integrativen Grundschule reagieren, als für den 16. März die Schulschließungen verkündet wurden. Ein Online-Konzept wurde entwickelt, das durch die Corona-Krisenzeit geholfen hat.

Plötzlich musste der ganze Unterricht umorganisiert und alles über digitale Medien geliefert werden, und zwar so, dass es genauso spannend und interessant, genauso differenziert, anregend und fördernd ist wie im normalen Präsenzunterricht", erinnert sich Christina Vennemann-Korb, Leiterin der Sophie-Scholl-Schule Wetterau in Bad Nauheim. Eine Menge Organisationsarbeit sei notwendig gewesen.

Als in Deutschland erste Schulen geschlossen wurden und sich eine ähnliche Entwicklung für Hessen erahnen ließ, sorgte das Team der Sophie-Scholl-Schule vor. Für die Grundschüler wurden Materialien vorbereitet, die das Lernen zu Hause ermöglichen sollten. Trotz allem ließ die kurzfristige Bekanntgabe der Schulschließungen in Hessen wenig Raum für die schnelle Umsetzung neuer Ideen. "In zwei, drei Tagen mussten wir uns damit beschäftigen, wie es weitergeht", sagt Christina Vennemann-Korb. Die Lehrer trafen sich noch einmal auf dem Außengelände der Schule, ehe alles nur noch per Videokonferenz kommuniziert wurde.

Schließlich wurden diverse Arbeitsaufträge für die Schüler erstellt und Datenschutzrichtlinien studiert. Schnell war klar, dass das Schul-Team nicht nur Lernmaterial verteilen, sondern auf Distanz auch greifbar bleiben wollte. So erhielten die Kleinen ihre eigenen Gesprächzeiten mit den Lehrkräften im Internet. "Die Lehrer haben zu jedem einzelnen Schüler Kontakt gehalten", berichtet die Schulleiterin. Bequem konnten die Kinder online mit ihren Lehrern kommunizieren. Viele Fragen gab es auch seitens der Eltern. Wichtig sei es, sich individuell nach den Kinder und Eltern zu richten. Ebenso wurde in der Schule eine Notfallbetreuung für Kinder von Eltern eingerichtet, die in systemrelevanten Berufen arbeiten.

Nach den ersten Wochen des Lockdowns sei es an der Zeit gewesen, sich neu zu organisieren und das Angebot zu erweitern. "Wir haben einen Online-Stundenplan erstellt." Das Unterrichtsangebot erhielt so festere Strukturen. Gemeinsam konnten die Kinder ihren Unterricht in digitalen Lerngruppen stundenweise online fortsetzen. Jede Woche gab es zudem Video-Drehs für die Kinder. Ob Mathe, Deutsch, Sachunterricht oder Englisch - kein Kind musste auf den Unterricht verzichten.

"Selbst Sport wurde ermöglicht", erzählt die Schulleiterin. Der Fantasie seien bekanntlich keine Grenzen gesetzt. So erhielten die Kinder viele Anregungen, sei es das Fangen von Luftballons oder andere unterhaltsame Übungen. "Die Eltern haben großartig mitgemacht", sagt Vennemann-Korb. Sie hätten auch Vorschläge unterbreitet, die berücksichtigt worden seien. "Wir haben von den Eltern große Wertschätzung für unsere Arbeit erfahren."

In Klassenzimmer zurückgekehrt

Viele Schulwochen sind seitdem vergangen. Mittlerweile wurden die Kleinen bereits wieder in den realen Klassenzimmern begrüßt. Vorab erhielten alle Schüler Briefe der Schulleitung. Neben Erläuterungen enthielten diese Schreiben Fotos vom Gelände, um Veränderungen aufzuzeigen.

In geteilten Gruppen wird nun unterrichtet, parallel steht aber weiterhin der Online-Plan. Der Schulalltag vor Ort hat sich gravierend verändert. Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen gehören längst zum Schulalltag und wurden nun erweitert. Abwechselnd gehen die Gruppen in die Pause. Fünf Stunden täglich wird unterrichtet. Das Fördern der Bewegung findet nicht in der Halle, sondern nur draußen statt. "Unser Sportlehrer lässt sich da einiges einfallen."

Dass es an Kreativität nicht mangelt, zeigte sich jüngst auch in der Englischstunde von Mrs. Deelay. Ihre Schüler erschienen verkleidet zum Online-Unterricht und überraschten so ihre Lehrerin.

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