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ZUM NACHDENKEN

Kraft für diesen Tag

  • vonred Redaktion
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Viele sind angesichts der angespannten Corona-Lage tief besorgt. Das ist verständlich. Aber es gibt eine Sorge, die nicht guttut. In seinem Lied "Don’t worry, be happy!" drückt Bobby McFerrin dies auf seine Weise aus: "In every life we have some trouble, but when you worry, you make it double". Die Sorge macht das Problem nur größer, trägt aber nicht zur Lösung bei.

Das kann sich noch verstärken, wenn wir zu weit in die Zukunft schauen und dadurch entmutigt werden. Man hört in diesen Zeiten immer wieder: "Wir müssen auf Sicht fahren." Wie im Nebel, wo wir nur wenige Meter vor uns sehen können.

In einer alten biblischen Geschichte war das ähnlich. Das Volk Israel wanderte nach der Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten durch die Wüste, eine extrem lebensfeindliche Umgebung - und wurde doch jeden Tag neu mit Speise, dem Manna, versorgt. Wenn die Israeliten jedoch Vorräte sammeln wollten, so wurden sie schlecht. Immer nur für einen Tag - so hat Gott für sie gesorgt.

In seinen "10 Geboten der Gelassenheit" fordert sich Papst Johannes XXIII. im letzten Gebot auf: "Heute, nur heute werde ich keine Angst haben. Ganz besonders werde ich keine Angst haben, mich an allem zu freuen, was schön ist, und an die Güte zu glauben."

Richten wir unsere Augen auf den Tag, der vor uns liegt und an dem es auch Schönheit und Güte zu entdecken gibt. Das ist genug.

Pfarrer C. Baumann, Markuskirchengemeinde, Butzbach

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