IMPULS

Wir können lachen

Karl Schulze mit »z« und Karl Schultze mit »tz« wohnen beide in derselben Straße und werden von der Post ständig verwechselt. Schulze mit »z« ist nach Italien abgereist, und seine Frau soll, sobald sie kann, nachkommen. In derselben Nacht stirbt Karl Schultze mit »tz«. Am Morgen darauf erreicht dessen Witwe folgendes Telegramm: »Gut angekommen - Erwarte dich baldmöglichst - unheimliche Hitze hier unten - Dein Karl.« - Zugegeben ein etwas makabrer Scherz. Doch er spiegelt etwas von dem wider, was Ostern bedeutet: Wir können lachen - auch angesichts des Todes. Apostel Paulus kommentiert die Auferstehung Jesu voller Begeisterung: »Tod, wo ist dein Stachel? Tod, wo ist dein Sieg?« Sicher, wir spüren ihn noch immer, diesen Stachel des Todes. Jedesmal, wenn wir an einem offenen Grab stehen. Jedesmal, wenn eine Krankheit unser Leben bedroht. Der Tod bleibt eine Herausforderung, eine angstvolle Macht, der wir ausgeliefert sind.

Doch Ostern stellt den Tod in einen neuen Zusammenhang: Nicht der Tod behält das letzte Wort, sondern Gott. Weil ich darauf vertraue, dass auch der Tod mich nicht von Gott trennen kann, lebe ich aus einem tiefen Vertrauen heraus. Darum heißt Ostern für mich: Wir können lachen und ein bisschen gelassener sein, auch angesichts des Todes, denn »der Tod ist verschlungen vom Sieg«, wie Paulus weiter schreibt. Wir können gelassener mit Schicksalsschlägen umgehen. Wir können gelassener mit den Gefahren der Corona-Krise umgehen. Wir können gelassener die Auseinandersetzungen mit all den Mächten wagen, die dem Leben entgegen stehen. Wir können gelassener sein, denn der Sieg ist uns schon gewiss, weil Gott ihn für uns durch Tod und Auferstehung Jesu gewonnen hat.

Christian Krüger

Pfarrer in Karben

In dieser schweren Zeit hat sich das ev. Dekanat dazu entschieden, sich für jeden Tag einen geistlichen Impuls zu überlegen und diesen den Lesern der WZ zur Verfügung zu stellen. FOTO: PM

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