Die geretteten Kätzchen sind nun bei einer Pflegefamilie untergebracht. FOTO: PM

Glückliches Ende eines Tierdramas

Kleine Kätzchen auf Baustelle in Gießen gerettet

Das Philosophikum in Gießen ist aktuell eine Großbaustelle. Dies wäre fast einer Katzenmutter mit ihren Jungen zum Verhängnis geworden.

Am Samstag (8. August) ist Weltkatzentag. Dazu passt eine rührende Geschichte aus Gießen: Auf der Großbaustelle am Philosophikum-Campus in der Nähe der Rathenaustraße ist eine eingesperrte Katzenfamilie gerettet worden.

Klar: Nicht alle Katzen leben in einem schönen Zuhause und werden liebevoll umsorgt. Immer mehr Katzen führen ein Dasein im Elend, auf sich selbst gestellt, ständig auf der Suche nach Futter und einem Dach über dem Kopf - teilweise müssen sie auch noch Nachwuchs versorgen, da sie nicht kastriert wurden. Es gibt Menschen, die können oder wollen nicht mehr für ihre Katzen aufkommen und setzen sie aus. Mitglieder des Vereins "Katzenreich" (Heuchelheim) sind immer wieder unterwegs, um solchen Katzen zu helfen. Häufig ist das nicht einfach, und es ist Eile geboten.

So wie im Fall einer kleinen Katzenfamilie in Gießen. Ausgerechnet im Keller eines Gebäudes im Philosophikum in Gießen, das bekanntlich zurzeit eine völlig unübersichtliche Großbaustelle ist, wurde eine Mutterkatze mit ihren Katzenwelpen entdeckt. Sie huschten durch einen Kellerraum und machten einen ausgemergelten Eindruck. Wie sie dorthin gekommen waren, weiß man nicht. Aber da sie an einem Montag entdeckt wurden, konnte man davon ausgehen, dass sie einige Tage - zumindest über das Wochenende - dort ohne Futter und Wasser eingesperrt waren und ausharren mussten und vor dem Verdursten oder Verhungern standen. Die Mutterkatze rannte in Panik davon, als Handwerker die Tür öffneten. Die Katzenbabys huschten in zur Montage bereitliegende Heizungsrohre. Die panischen Tiere mussten mit Lebendfallen eingefangen werden, was sich durch Baulärm und rege Betriebsamkeit als schwierig herausstellte. Trotz aller Schwierigkeiten gelang es schnell, die ausgehungerten Katzenbabys einzufangen - kleine Wildlinge, die durch ihren Aufenthalt in der Baustelle mit Schmutz verklebt waren. Sie wurden gleich nach dem Tierarztbesuch in einer Pflegestelle untergebracht, wo sie nun liebevoll umsorgt und gezähmt werden, nachdem sie erst einmal gesäubert wurden.

Auch die Mutterkatze, die auf der Suche nach ihren Welpen war, konnte kurz darauf eingefangen werden. Dabei stellte sich schnell heraus, dass es sich um keine verwilderte, sondern um eine zahme, aber sehr ängstliche und verstörte Katze handelt. Man fragt sich natürlich, was diesen Katzen zugestoßen ist und wie sie in das Chaos der Baustelle gelangen konnten.

Glück gehabt

Alles in allem hatten die Tiere großes Glück. Hätte man sie nicht rechtzeitig entdeckt, wären sie jämmerlich zu Tode gekommen. Zu gegebener Zeit werden die kleinen Kätzchen sowie die Mutterkatze in gute Hände vermittelt. Der Verein Katzenreich mahnt in diesem Zusammenhang die Kastrationspflicht an, die es bereits in vielen Städten und Kommunen gibt. Der Verein setzt sich seit Jahren für eine Katzenschutzverordnung in Gießen und Umgebung ein, um die ständig wachsende Katzenpopulation einzudämmen. Lediglich die Gemeinde Buseck hat bislang eine Katzenschutzverordnung erlassen.

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