Mit den Erweiterungsarbeiten für das gemeinsame Klärwerk von Schöneck und Niederdorfelden soll noch in diesem Jahr begonnen werden. FOTO: JÜRGEN W. NIEHOFF
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Mit den Erweiterungsarbeiten für das gemeinsame Klärwerk von Schöneck und Niederdorfelden soll noch in diesem Jahr begonnen werden. FOTO: JÜRGEN W. NIEHOFF

Weg für Kläranlage-Erweiterung frei

  • vonJürgen W. Niehoff
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In Sachen Vergrößerung der gemeinsamen Kläranlage von Schöneck mit der Nachbargemeinde Niederdorfelden auf Rendeler Gemarkung scheinen nun auch in Schöneck die letzten Hindernisse aus dem Weg geräumt zu sein.

Dass die Kläranlage, die die Gemeinden Schöneck und Niederdorfelden 1987 gemeinsam auf Rendeler Gemarkung in der Nidderaue erbaut haben, nicht nur allmählich in die Jahre gekommen und deshalb sanierungsbedürftig ist, sondern sie auch mittlerweile zu klein ist, erfordert Handlungsbedarf. Bei ihrem Bau vor mehr als 30 Jahren war sie nämlich nur für 20 000 Einwohner ausgelegt.

Mittlerweile wachsen beide Gemeinden aber kontinuierlich und haben die Marke bald erreicht und überschritten. Denn in Niederdorfelden laufen die Arbeiten für das neue Wohngebiet im Bachgange mit etwa 700 Neubürger bereits auf Hochtouren. Und auch in Schöneck stehen die Weichen in allen drei Ortsteilen auf Erweiterung längst auf Grün. In beiden Kommunen wird deshalb mit einem Zuwachs von über 5000 Einwohnern gerechnet. Und damit die Kapazität des Klärwerks nicht irgendwann wieder die Erweiterungswünsche der Gemeinde behindern kann, wurde die Planung dann gleich auf eine Kapazität von 30 000 Einwohnern angelegt.

Soweit waren sich schnell die Vertreter beider Gemeinden einig. Umkämpft hingegen war die Kostenaufteilung. Immerhin ging es um Investitionen von fast 12,5 Millionen Euro. Zunächst lautete der Vorschlag 75 Prozent Schöneck und 25 Prozent Niederdorfelden entsprechend der Größe und der Wasserablieferung. Doch da Niederdorfelden schneller wuchs, war man in Schöneck der Ansicht, dass der Anteil der kleineren Gemeinde an den Kosten jetzt angehoben werden müsse und zwar auf 30 Prozent - immerhin von 3,1 auf 3,75 Millionen Euro.

Kostenaufteilung: 75 zu 25 Prozent

Damit war man aber in Niederdorfelden nicht einverstanden. Also wurde ein Sachverständiger beauftragt, einen Vorschlag zur Kostenteilung anzufertigen. Dessen Empfehlung lautet, die Verteilung der Investitionen nach dem Verhältnis des Jahresfrischwasserverbrauches und der Einwohnerzahlen beider Gemeinden aufzuschlüsseln. Und damit entfallen auf Schöneck 74,27 Prozent der Investitionen und auf Niederdorfelden 25,73 Prozent der ermittelten Baukosten Vereinfacht nach den Regeln bei öffentlich-rechtlichen Verträgen auf 75 zu 25 Prozent.

Bei der Aufschlüsselung der Betriebskosten schlägt das Ingenieurbüro eine ähnliche Aufteilung vor. Auch hier sollen der Jahresfrischwasserverbrauch und die Einwohnerzahl entscheidend sein für die Aufteilung der Betriebs- und Unterhaltskosten. Zurzeit sind dies 74,76 Prozent für Schöneck und 25,24 Prozent für Niederdorfelden. Allerdings werden in diesem Falle die vor genannten Prozentsätze für jede Jahresabrechnung neu berechnet.

Einnahmeausfälle durch Corona

Niederdorfelden hat den Vorschlag, der bereits in den gemeinsamen Vertrag übernommen wurde, einstimmig angenommen. Und auch in der Sitzung des Schönecker Haupt- und Finanzausschusses am Dienstagabend gab es nur noch wenige Fragen. Vom Tisch war auf jeden Fall die zuvor gewünschte Aufschlüsselung 70 zu 30. Am Ende wurde der Vertragsentwurf ebenfalls gebilligt und der Gemeindevertretung zur Annahme empfohlen.

Einen wenig erfreulichen Einblick in die Finanzen der Gemeinde gab Bürgermeisterin Cornelia Rück (SPD) zum Abschluss der Sitzung: "Gegenwärtig beträgt das Minus in der Gemeindekasse 541 000 Euro. Ende Juni waren es sogar 2,35 Millionen Euro Minus. Dabei sollte der Haushalt am Jahresende mit 148 000 Euro plus abschließen." Doch da sich die Zahlen dauernd ändern würden und sie auch noch mit Zuschüssen von Land und Bund rechnen würde, hofft die Rathauschefin noch auf einen positiven Abschluss in diesem Jahr - trotz der massiven Ausfälle durch die Corona-Krise.

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