Kirchenschiff in neuem Glanz

  • VonAnnette Hausmanns
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Wie aus dem Ei gepellt liegt das St.-Remigius- Kirchenschiff im Herzen von Ober-Mörlen vor Anker. Handwerker und Helfer haben es binnen drei Monaten auf Hochglanz poliert. Bevor die Innenrenovierung am Sonntag mit einem Festgottesdienst gefeiert wird, sind aber noch viele Handgriffe zu erledigen.

Eben noch gaben sich Bohr-, Schleif- und Poliermaschinen, Schraubenzieher, Farbrollen und Haarpinsel ein mitunter sehr staubiges Stelldichein im Kirchenschiff von St. Remigius in Ober-Mörlen. Altäre und Bänke duckten sich unter Abdeckplanen, Heiligenfiguren und jedwedes Messzubehör waren ausgewandert - die einen zum Restaurieren, die anderen zum Reinigen oder zum Gebrauch im provisorischen Gottesdienstraum. Jetzt stehen die Bänke wieder in Reih und Glied, Kronleuchter schweben dicht über ihnen. Alles ist von einer feinen Staubschicht überzogen.

Nachdem kürzlich eine Landfrauen-«Putzkolonne« stundenlang durch die Reihen gezogen war, erstrahlte das Gotteshaus in perfektem Glanz. Die Pastellfarben an Wänden und Decke kamen auch dank neuer Glühbirnen zur vollen Geltung. Elektriker hatten zusätzliche Spots installiert. Buchstäbliche »Lichtblicke«, wie das Projekt in dunklen Coronazeiten treffend benannt wurde. Man darf außerdem gespannt sein, wie die neue Beschallungsanlage klingen wird. Dass wenige Tage später erneut etliche Freiwillige fürs Finish in die Kirche kommen, ist Pech. Letzte Schleifarbeiten hatten neuen Staub verursacht.

Seit drei Monaten im Einsatz

Hoch konzentriert legt anderntags Manfred Breitmoser zwölf filigrane Weihekreuze unter den Wandleuchtern rundum an, »für jeden Apostel eins«, erklärt der Malermeister und Restaurator aus Rockenberg. Als am nächsten Morgen die Feuerwehr anrückt, muss sich niemand Sorgen machen: buchstäblich unter Hochdruck reinigen die Einsatzkräfte in ihrer Freizeit den Kirchplatz, befreien Mauern, Zäune und Bänke von Schmutz und Moos, bis alles mit der Sonne um die Wette strahlt - und mit Familie Allemann, die einmal mehr fast komplett vertreten ist beim Helfereinsatz.

Nach drei Monaten Intensiveinsatz fehlten jetzt nur noch die Feinarbeiten, schmunzelt Herbert König vom kirchlichen Verwaltungsrat. Dabei denkt der Projektleiter ans nochmalige Wischen, ans Zurückräumen des Inventars, den Blumenschmuck, den neuen beleuchteten Schaukasten und die Musik. »Als wir mit den Usatalmusikanten auf der Empore für den Festgottesdienst geübt haben, gab es staunende Gesichter und großes Lob«, freut sich mit König auch Hansjörg Weckler. Beide machen zusammen Musik, legen aber auch Hand an, wann immer Hilfe gebraucht wird.

Kein Geld vom Bistum

Herbert König dankt den Handwerkern für ihre hervorragende Arbeit und allen Unterstützern für den unermüdlichen Einsatz. Dazu gehörten auch spendenfreudige Bürger sowie eine namhafte Einrichtung aus Bad Nauheim, die sich nach Bekanntwerden des Projekts »Lichtblicke« spontan zum Spenden entschlossen. Ohne sie wäre das Unterfangen, zumal in dieser kurzen Zeit, nicht zu stemmen gewesen. »Die kalkulierten Kosten von 100 000 Euro finanzieren wir aus Rücklagen und Spenden und bringen so viel Eigenleistung wie möglich«, erklärt König; das Bistum Mainz gebe nichts dazu. Am Fuße der Arbeiten freut sich König auf diesen ganz besonderen Festsonntag, für den er sich nicht zuletzt eine Reihe von Kirchenführungen ausgedacht hat.

Mehrfach ist im renovierten Kirchenschiff Großputz angesagt, hier sind die Landfrauen an Bord.

Rubriklistenbild: © Annette Hausmanns

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