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IMPULS

Kinder

  • vonred Redaktion
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Das Weihnachtsfest ist gerade vorüber. Wir haben die Geburt Christi gefeiert und haben noch die Bilder von glücklich lächelnden Kindern unterm Weihnachtsbaum vor Augen. Da reißt uns die christliche Kirche mit dem gestrigen Fest der "Unschuldigen Kinder" auf erschütternde Weise aus dieser Idylle.

Das Matthäusevangelium schildert die Tötung aller männlichen Kleinkinder bis zum Alter von zwei Jahren durch den damaligen König Herodes. Er hatte erfahren, dass ein neuer König geboren worden sei. Mit seinem Kindermassenmord wollte er seinen vermeintlichen Konkurrenten Jesus, das kleine Kind in der Krippe, aus dem Weg räumen. Wie brutal und unmenschlich, diese kleinen, unschuldigen Kinder zu ermorden!

Aber das war ja vor mehr als 2000 Jahren, könnte man sich trösten. Mir aber kommt der Gedanke in den Sinn, wie es denn Kindern heute geht. Hier einige Zahlen: 2,55 Millionen Kinder leben in Deutschland unterhalb der Armutsgrenze, 350 Millionen Kinder leben in Krisen- und Kriegsgebieten, 3,1 Millionen Kinder im Alter bis zu fünf Jahren sterben jährlich an Hunger.

Die Liste ließe sich leider beliebig verlängern, von den Fällen, in denen Kinder täglich zu Opfern häuslicher Gewalt und Missbrauch werden, ganz zu schweigen. Gleichzeitig wissen wir aber, dass Kinder das höchste Gut und die Zukunft einer jeden Gesellschaft sind. Wir wissen auch, dass die Kindheit maßgeblich für die Entwicklung eines jeden Menschen ist.

Die Chance, dass sich Kinder zu Erwachsenen entwickeln, die ihr Leben zufrieden und mit sozialer Kompetenz meistern, hängt maßgeblich davon ab, wie viel Zuwendung und Aufmerksamkeit ihnen in ihrer Kindheit geschenkt wurde und ob die sie begleitenden Erwachsenen Vorbild sein konnten.

Geben wir ihnen all dies; ich sage Ihnen: Es lohnt sich. Man bekommt so viel zurück!

Dr. Sylvia Kerbel

Bad Vilbel-Heilsberg;

Dekanatsratsvorsitzende des kath. Dekanats Wetterau-West und Vertreterin im Katholikenrat des Bistums

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