gaed_bv_Gronauer_Kerb_6_j_4c_1
+
Die Kerbeburschen bei ihrem Auftritt »Gronauer Bürgerbüro« am Samstagabend.

Kerbeburschen in ihrem Element

  • VonRedaktion
    schließen

Eine Kerb mit Corona-Auflagen - der Stimmung hat dies keinen Abbruch getan. Am Samstagabend jedenfalls wurde in Gronaus ausgelassen getanzt und gefeiert.

Die Gronauer Kerb fand in diesem Jahr unter strengen Auflagen statt. »Das Hygienekonzept für die Kerb zu erstellen, hat bestimmt genauso lange gedauert wie die Ausarbeitung des gesamten Programms«, berichtet Lukas Worel, der Sprecher der Gronauer Kerbeburschen. Kein Festzelt, keine geschlossenen Räume und strenge Einhaltung der 3-G-Regeln, also geimpft, genesen oder frisch getestet - das waren die Bedingungen für die Ausrichtung der diesjährigen Kerb - und die wurden von einem Sicherheitsdienst auch akribisch überprüft.

Das Hygienekonzept wurde übrigens in Zusammenarbeit mit der Stadt erstellt, da diese seit der Gebietsreform 1970 als Veranstalter auftritt, das Festgelände zur Verfügung stellt sowie normerweise Vertragspartner für den Festzeltwirt und die Schausteller ist. In diesem Jahr wurde coronabedingt auf das Festzelt verzichtet, sodass alle Veranstaltungen unter freiem Himmel stattfanden. »Das war schon ein ganz erhebliches Risiko«, räumt Worel ein.

Das Wetter spielte indes nicht immer mit, denn Petrus öffnete gleich mehrfach sein Schleusen und ließ es regnen. Aber auch da hatten die Kerbeburschen vorgebaut und rechtzeitig 800 Regencapes besorgt, die sie beim einsetzenden Regen kostenlos verteilten.

Der Stimmung, die mit kölschen Tönen oder mit Mallorca-Sound von der Büdinger Band »Eine Band namens Wanda« angeheizt wurde, tat das Wetter jedoch keinen Abbruch. Denn ein Großteil der 500 Gäste, die Festwiese war am Freitag- und Samstagabend jeweils ausverkauft - stieg immer wieder auf die Sitzbänke, tanzte ausgelassen, schunkelte kräftig zur Musik und sang lautstark mit.

Der Auftritt der Gronauer Kerbeburschen am Samstagabend hätte besseres Wetter verdient gehabt, denn darauf hatten sich die 23 Gronauer Burschen seit März sporadisch und seit Anfang August fast täglich vorbereitet.

»Nachdem in einem Brainstorming die Idee mit dem ›Gronauer Bürgerbüro‹ geboren war, ging es an die Ausarbeitung. Jeder hatte schon einmal ein Erlebnis in irgendeiner Amtsstube oder mit einem Behördenvertreter. Und das haben wir dann gesammelt und zu Papier gebracht«, berichtet Janis Ahäuser über das Zustandekommen des Drehbuchs für ihren Auftritt. Beispielsweise kein Zutritt, wenn bis zum offiziellen Bürobeginn noch zwei Minuten fehlen oder der beliebte Kommentar: »Ich bin ich nicht zuständig. Auf Wiedersehen«.

Auch wenn nicht alle Kerbeburschen an dem Abend auf der Bühne stehen, so waren doch alle an den Vorbereitungen beteiligt. Schließlich musste das Bühnenbild geschaffen werden und so traf man sich in den vergangenen Wochen immer samstags im Hof eines Gönners der Kerbeburschen und werkelte, bis schließlich die Bühnendekoration fertig war.

Kerbebursch kann übrigens jeder Junge ab dem 16. Lebensjahr werden, wobei die Mitgliedschaft in den meisten Fällen nach zehn Jahren wieder automatisch oder aber vorzeitig durch Heirat in eine Ehrenmitgliedschaft überführt wird.

Handwerkliches Geschick erfordert auch ein weiterer Teil des Kerbwochenendes. Die Kerb beginnt nämlich für die Burschen mit dem Fällen und Schmücken eines kleinen Birkenbäumchen aus dem Wald, der zusammen mit der Kerblies am Samstag durch das Dorf zum Festplatz geleitet wird. In Nicht-Corona-Zeiten in einem größeren Konvoi, in diesem Jahr geschah dies etwas zurückhaltender. Trotz der ausgelassenen Feiern am Freitag und Samstag, trafen sich Kerbeburschen am Sonntag zunächst zum gemeinsamen Gottesdienst und zum anschließenden Frühschoppen. Am Abend war dann noch einmal Disco angesagt.

Die Stimmung unter den Gästen hätte trotz des unbeständigen Wetters nicht besser sein können.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare